UNBREAKABLE

Veröffentlicht: 11. Januar 2010 in reviews
Schlagwörter:, , , , , ,

Spoiler-Warnung (wenn auch nur leichter Spoiler)!

Wie ich in meiner Review zu SIGNS geschrieben habe, ist UNBREAKABLE einer meiner Lieblingsfilme von Shyamalan. Gewissermaßen kann man ihn als Wegbereiter für den ernsten Comicfilm betrachten, wie er dann von Nolan mit seinen Batman Filmen perfektioniert worden ist. Die ganze Geschichte von UNBREAKABLE ist das Erwachen eines Superhelden – es geht nur darum, wie er erkennt, dass er ein Held ist, dass er übersinnliche Kräfte hat, und wie sein Leben dadurch einen anderen Verlauf annimmt. Dies ist der Clou und hebt ihn ab von sonstigen Superhelden-Geschichten, zusammen mit der eben erwähnten Tatsache, dass an das Thema ernsthaft/realistisch herangegangen wird.

Not a scratch

Bruce Willis spielt David Dunn, dessen Ehe dabei ist, zu Bruch zu gehen, der ein distanziertes Verhältnis zu seinem Sohn (Spencer Treat Clark) hat, und der in seinem ganzen Leben nicht wirklich einen Sinn finden kann, was ihn zu einer traurigen Figur macht.

Bruce Willis

Die Eröffnungsszene mit Willis im Zug ist auf grandiose Weise in fast nur einer Einstellung gedreht (Kamera: Eduardo Serra), und zeigt uns in kurzer Zeit so viele Facetten des Charakters. Doch dann gibt es einen Höllenlärm, und alles ist weg, bis David in einem Krankenhaus aufwacht und erfährt, dass er nach einem Unfall von allen Passagieren im Zug der einzige Überlebende ist – noch dazu, ohne geringste Blessur davongetragen zu haben.

Man of Glass

Wir lernen gleichzeitig Comicgaleriebesitzer Elijah Price (Samuel L. Jackson) kennen, dessen Knochen seit seiner Geburt krankheitsbedingt hochgradig brüchig sind, und der daher von den Kindern als „Mr. Glass“ gehänselt wird. Elijah sucht den Kontakt zu David, um ihm von seiner Superhelden-Theorie zu erzählen. Er ist davon überzeugt, dass er und David sich auf den entgegengesetzten Polen des gleichen Spektrums befinden, und dass David ein Superheld ist, der seine Kräfte im Kampf gegen das Böse nutzen sollte.

Samuel L. Jackson

David hält zunächst nicht viel von der Theorie, aber zusammen mit seinem Sohn stellt er mehr und mehr fest, dass etwas dran ist, und er beginnt, gezielter zu suchen…

Schließlich erwacht der Superheld in David Dunn, um zuletzt von der grausigen Wahrheit zu erfahren, die mit diesem Erwachen einherging.

Entdeckung der Langsamkeit

UNBREAKABLE ist ein sehr interessanter Film. Eigentlich passiert nicht viel, jedenfalls nicht, wie man aus bisherigen Superhelden-Geschichten erwarten würde. Stattdessen befasst sich die Geschichte ausschließlich mit dem Prozess, den der Hauptcharakter durchmacht, um seine Kräfte zu entdecken und einzusetzen. Auf einer Sub-Ebene beobachten wir, wie eine zerbrochene Familie dabei ist, sich wieder zu finden. Vater und Sohn haben plötzlich etwas Gemeinsames, Ehemann und Ehefrau (Robin Wright Penn) nähern sich wieder an. Genauso wie die Heldengeschichte ist auch die Familienwiederherstellung nur im ersten Akt zu sehen – es ist noch ein weiter Weg, ehe im Hause Dunn alles wieder in Harmonie sein wird.

So wie der langsame Prozess der Heldenfindung ist auch der Film: langsam, lange und ruhige Einstellungen. Er lässt sich zurecht die Zeit, die David Dunn braucht, um aus seiner Lethargie herauszukommen. Cineastisch gesehen eine Meisterleistung, hier nicht auf den verlockenden Action-Aspekt zu setzen, was man Shyamalan hoch anrechnen sollte. Für manche mag UNBREAKABLE dadurch zu langatmig, vielleicht gar langweilig sein, doch diejenigen sollten sich dann fragen, ob sie überhaupt an so einer Geschichte interessiert sind, oder ob sie lieber direkt ohne große Umschweife in das Heldenleben einsteigen wollen. Dies bietet UNBREAKABLE nicht, aber ist auch gar nicht seine Intention.

Fazit

Originelle Herangehensweise an die Superhelden-Geburt. Poetischer, ruhiger Film, und obwohl erst der zweite große Film (nach THE SIXTH SENSE), trägt er bereits die klare Handschrift M. Night Shyamalans.

UNBREAKABLE (2000, M. Night Shyamalan), 106 min.

10/10

Weitere M. Night Shyamalan Reviews:

Kommentare
  1. Slith sagt:

    Auch fand Unbreakable auch sehr, sehr gut als ich ihn zum ersten Mal gesehen habe. Das Wort „realistisch“ würde ich zwar nie im gleichen Absatz wie „Superkräfte“ verwenden aber ich glaube ich weiß was du meinst. Er reagiert so, wie man es erwarten würde. Er hat zunächst Angst vor seien Kräften und zieht nicht sofort gegen irgendwelche Superbösewichte in den Kampf.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s