And the Golden Globe Goes to…

Veröffentlicht: 18. Januar 2010 in news
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Heute Nacht war es wieder soweit: zum 67. Mal wurden die Golden Globes verliehen, und wie bei allen Preisverleihungen ist man mit der einen Auszeichnung zufrieden und stimmt zu, bei der anderen wiederum versteht man die Welt nicht mehr. So und nicht anders war es auch diesmal. Der große Gewinner war AVATAR, der nicht nur in der Kategorie beste Regie, sondern auch bester Film (Drama) abräumen durfte. Was den Globe für die Regie angeht, muss ich klar sagen, dass er nicht unverdient ist. Regie bei einem Projekt wie AVATAR zu führen, dass erfordert eine enorme Leistung, und nur die wenigsten könnten so etwas, ohne den Überblick zu verlieren. Ich hätte mich natürlich über einen Globe für Tarantino gefreut, aber manchmal hat man eben einfach das Pech, seinen Film gleichzeitig mit einem Abräumer im Rennen zu haben. Leider habe ich THE HURT LOCKER noch nicht gesehen, daher kann ich schlecht beurteilen, ob Kathryn Bigelow den Globe eher verdient hätte – zumindest wurde sie von allen Seiten als Geheimfavorit gehandelt. Auch zu den anderen Kandidaten kann ich noch nichts sagen. Unterm Strich: mit einem Regie-Globe für Cameron kann man leben, den hat er sich verdient.

Bester Film?

Anders sieht es allerdings bei der Auszeichnung „Bester Film“ aus: AVATAR ist ein herausragender Film, meinen Bericht dazu kann man hier im Blog lesen – aber er hat Schwächen. Diese Schwächen sollte eine Jury nicht einfach außen vor lassen. Das Drehbuch ist mehr als schwach, es ist nur solides 08/15 Geplotte, einzig allein, um das zu transportieren, worum es scheinbar ging: das neue Zeitalter des animierten Films und des 3D Films. Kritiker könnten jetzt anmerken, dass AVATAR ja nicht für das beste Drehbuch nominiert wurde. Aber: den Film auszuzeichnen als bestes Drama 2009 bedeutet gleichzeitig zu behaupten, dass AVATAR in allen Einzelaspekten des Films zusammengefasst besser ist als die anderen Filme. Von den fünf nominierten Filmen habe ich bisher nur AVATAR und INGLOURIOUS BASTERDS gesehen, und dramaturgisch ist AVATAR ganz bestimmt nicht besser als Tarantinos Werk. Hier habe ich nur enttäuscht den Kopf geschüttelt. Wenn man sich fragt, wer die Auszeichnungen eigentlich verbrochen hat, kann man hier nachlesen, wer zurzeit alles in der Hollywood Foreign Press Association ist.

THE HANGOVER hat in der Kategorie Bester Film (Comedy/Musical) gewonnen. Schwierig zu bewerten, da ich die anderen Filme nicht kenne…aber soo toll fand ich ihn jetzt auch wieder nicht…

Die ganze Veranstaltung war ein wenig langweilig, aber es gab ein paar Highlights. Ricky Gervais war eindeutig der falsche Host für dieses Publikum. Mit seinem Humor konnten viele nichts anfangen – ich fand ihn gut. Einer der besten Sprüche war, als er sein Bier hinterm Pult mal wieder hervorgezaubert hatte, es den Zuschauern zeigte und dann den nächsten Laudator ankündigte:  „I like a drink as much as the next man. Unless the next man is Mel Gibson.“

The Guy From Rock Band

Paul McCartney, der für seinen Song aus EVERYBODY’S FINE nominiert war, brachte einen der besten Sprüche des Abends: „Animation is not just for children. It is also for adults who take drugs.“ Außerdem stellte er sich vor als „The guy from Rock Band.“

Eine schöne Dankesrede brachte Mo’Nique, welche für ihre Nebenrolle in PRECIOUS gewonnen hatte. Eines meiner persönlichen Highlights war die Auszeichnung und die Dankesrede von Robert Downey, Jr. (SHERLOCK HOLMES), der erfreulich frisch und natürlich, mit viel Witz allen möglichen Leuten NICHT dankte.

Weniger spannend fand ich Meryl Streep; aber was soll sie machen, so viele Dankesreden wie sie bisher halten musste?  Gewohnt souverän – Grande Dame. Chloe Sevigny und Drew Barrymore waren bei ihren Reden ein wenig neben der Kappe, dafür waren Kevin Bacon und Michael C. Hall ziemlich cool. James Cameron fand ich hingegen öde; sowohl seine Mitteilung an das Publikum, dass er Pinkeln gehen müsse, als auch seine Worte in der Sprache der Na’vi waren eher peinlich. Wahrscheinlich bin ich aber auch voreingenommen, und wer weiß, mit was für einen Wasserfall Tarantino das Publikum überschüttet hätte.

Der Meister

Martin Scorsese bekam den Cecil B. DeMille Award, überreicht von seinen Stammakteuren Robert De Niro und Leonardo DiCaprio. Es war ein mulmiges Gefühl, in dem zusammen geschnittenen Trailer das Gesamtwerk von Scorsese mal wieder Revue passieren zu sehen – ich werde mir wahrscheinlich bald wieder einen seiner Filme ansehen!

Achja, Mickey Rourke schien mir maßlos enttäuscht darüber gewesen zu sein, den Namen von Sandra Bullock bei der Auszeichnung Beste Hauptdarstellerin Drama vorzulesen. Ich wurde das Gefühl nicht los, dass er da einen anderen Namen lesen wollte (vielleicht Gabourey Sidibe für PRECIOUS?). Über die Auszeichnung für Jeff Bridges (Hauptdarsteller CRAZY HEART) habe ich mich (obwohl ich den Film noch nicht gesehen habe) ebenso freuen dürfen wie über den mehr als verdienten Globe für Christoph Waltz – so durfte Tarantino wenigstens einen kleinen Triumph auskosten. Waltzs’ Englisch war auch um Längen besser als das von Michael Haneke, welcher für DAS WEISSE BAND in der Kategorie Best Foreign Language Film gewonnen hatte – muss ich auch endlich mal sehen.

Fazit

Die Enttäuschung  ist recht groß, vor allem wegen der ungerechten Auszeichnung für den Besten Film für AVATAR. Wenigstens hat James Horner nicht auch noch für die beste Musik gewonnen – das hätte das Fass zum Überlaufen gebracht. Zu den TV-Auszeichnungen sage ich an dieser Stelle nichts weiter – dafür habe ich zu wenig gesehen.

Preise sollte man ja nicht überbewerten – leider tun wir das aber immer – bleibt also abzuwarten, wie es bei den Oscars aussehen wird.

Eine Übersicht aller Gewinner und Nominierten gibt es hier.

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