MOU GAAN DOU (INFERNAL AFFAIRS)

Veröffentlicht: 26. Januar 2010 in reviews
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Whoever can guess the other’s card wins…

INFERNAL AFFAIRS (MOU GAAN DOU) ist ein Hongkong Crime-Thriller der besonderen Art. Der Plot ist so simpel wie genial: der Kopf einer großen Triade Hongkongs schleust einen seiner Leute bei der Polizei als Maulwurf ein, und zwar von Null an – beginnend mit der Polizeiakademie, um dadurch stets auf dem neuesten Stand zu sein und der Polizei immer entwischen zu können. Gleichzeitig pickt die Hongkong Polizei unter ihren Schülern einen viel versprechenden aus, welcher als Undercover Cop in eben jener Triade verdeckt ermitteln soll. Brenzlig wird es in dem Moment, in dem beide Lager erfahren, dass sie einen Spion in den eigenen Reihen haben. Die Suche nach den Verrätern beginnt und es entsteht ein Katz- und Mausspiel, bei dem die zwei Maulwürfe an ihre mentalen Grenzen gehen und oft ihre eigentliche Rolle und Person hinterfragen. Regie geführt haben Alan Mak und Andrew Lau Wai-Keung – letzterer war auch für die Kamera verantwortlich (und unter anderem auch für den katastrophalen THE PARK (CHOW LOK YUEN) von 2003 – einen der miesesten Filme, den ich auf dem Frankfurter Filmfest in 3D gesehen habe, aber das nur am Rande).

Was mir an INFERNAL AFFAIRS gefällt

…dass es ein gut inszenierter und ungemein spannender Großstadtthriller ist. Es ist immer erfrischend, Locations zu sehen, die man nicht schon oft gesehen zu haben glaubt. Der ganze Look und das Feeling in einem asiatischen Thriller sind einfach anders als in einer europäischen oder amerikanischen Produktion, deshalb variiere ich so gerne. Dennoch wirkt INFERNAL AFFAIRS nicht wie ein Kulturschock, man ist sofort drin trotz eines ein wenig verwirrenden Intros, welches die Protagonisten erst in jungen Jahren, gespielt von anderen Schauspielern, zeigt. Was das Intro angeht, ist meiner Meinung nach THE DEPARTED, Scorseses Remake, besser gelungen, aber dies soll beizeiten im entsprechenden Review ausgeführt werden.

Andy Lau, Tony Leung Chiu Wai

Sobald sich die Story etabliert hat, ist Spannung pur garantiert. Viele Szenen zeugen von Einfallsreichtum der Filmemacher, die verschiedenen Charaktere sind überzeugend. Tony Leung Chiu Wai, unter anderem auch bekannt aus Wong Kar Wais IN THE MOOD FOR LOVE und 2046, spielt den Undercover Cop, während Andy Lau (den ich aus HOUSE OF FLYING DAGGERS kenne) seinen Gegenpart bei der Polizei gibt. Außerdem seien hier noch besonders Eric Tsang als Triaden-Boss sowie Anthony Wong (der auch in dem überragenden EXILED spielt) als Polizeichef genannt.

Das Ende des Films ist übrigens anders als bei THE DEPARTED, was vielleicht für Leute interessant sein könnte, die Scorseses Film zuerst gesehen haben und zögern, das Original zu schauen.

Was mir an INFERNAL AFFAIRS nicht gefällt

Eigentlich nur die Anfangssequenz, wobei ich nicht direkt sagen kann, dass sie mir missfällt. Sie verwirrt mich nur immer ein wenig, weil ich eine Zeit brauche, bis ich Gesichter in der Geschichte eingeordnet habe, und dafür passiert im Intro recht viel auf einmal. Das Gesamterlebnis beim Film wird dadurch aber keineswegs getrübt.

Fazit

INFERNAL AFFAIRS ist mein Lieblingsthriller aus China. Selbst wenn man THE DEPARTED schon gesehen hat, sollte man sich auf jeden Fall auch das Original zu Gemüte ziehen, es lohnt sich allemal und, hey, es ist das Original! Es ist ein raffinierter Film voller Suspense, mit dem Großstadtdschungel Hongkongs im perfekten Setting. Tony Leung ist ein sehr sympathischer Darsteller, von dem ich noch mehr sehen möchte. Prädikat absolut sehenswert, und nicht umsonst in meiner Top 25-Liste der Filme des letzten Jahrzehnts vertreten! Es gab übrigens noch zwei Sequels, auch von den gleichen Machern, die ich allerdings noch nicht gesehen habe – was ich aber nachholen möchte (Update: den zweiten Teil habe ich mittlerweile gesehen und die Review ist hier zu finden).

MOU GAAN DOU (INFERNAL AFFAIRS)
HK 2002
Regie: Andrew Lau Wai-keung, Alan Mak
Drehbuch: Alan Mak, Felix Chong
Kamera: Lai Yiu-fai, Andrew Lau Wai-keung
Schnitt: Curran Pang, Danny Pang
101 min.

10/10


Weitere Andrew Lau/Alan Mak Reviews:

Kommentare
  1. Dr. Borstel sagt:

    Tj, jetzt bist du mir zuvorgekommen. Ich nehme mir schon seit Ewigkeiten vor, „Infernal Affairs“ nachzuholen, und seit einer halben Woche liegt er jetzt neben dem DVD-Player. Aber man kommt ja zu nix …

  2. indy sagt:

    Ja, ich hatte ihn vor Jahren mal im Fernsehen gesehen, mir dann irgendwann die DVD gekauft. Und jetzt aufgrund der Top25 Liste habe ich mir beide Filme noch mal reingezogen.😉

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