BAKJWI (THIRST)

Veröffentlicht: 20. Februar 2010 in reviews
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THIRST ist der neueste Film von Park Chan-Wook, dem koreanischen Senkrechtstarter, der mit seiner Rache-Trilogie (SYMPATHY FOR MR. VENGEANCE, OLDBOY, LADY VENGEANCE) für Aufsehen gesorgt hat.
Nach dem etwas schwächeren I’M A CYBORG, BUT THAT’S OKAY hat sich der mittlerweile 46-jährige ein Mal mehr einem kuriosen Plot gewidmet und einen Vampirfilm der anderen Art erschaffen.

Katholik + Blutsauger = ?

THIRST handelt von einem katholischen Priester names Sang-Hyeon (Song Ka-Ho), der bei der Teilnahme an einem medizinischen Experiment zur Entwicklung eines Mittels gegen eine tödliche Krankheit mit infiziertem Blut in Kontakt gerät und dadurch zum Vampir wird. Der fromme Katholik muss nun mit seinen wachsenden Gelüsten nach Blut und dem weiblichen Körper zurecht kommen. Kann er als Vampir leben, ohne zu töten?

Diese Fragestellung macht THIRST zu einem originellen Ansatz des Vampirgenres. Überhaupt ist Parks Film kein typischer Vampirfilm. Hier gibt es keine spitzen Fangzähne oder blasse Haut mit eingefallenen dunklen Augen. Der Vampir sieht aus wie ein normaler Mensch und lebt auch unter Menschen, jedoch kann er nur überleben, indem er Blut trinkt und die Sonne meidet.
Bei einer Familie, deren geistig zurück gebliebenen Sohn er als Priester im Krankenhaus zur Seite gestanden hatte, lernt er die Adoptivtochter Tae-Ju (Kim Ok-Bin) kennen. Sie kennen sich noch aus Jugendzeiten, und beide fühlen sich zueinander hingezogen.
Sang-Hyeon ist keine blutrünstige Bestie jenseits aller Moralvorstellungen. Er bleibt ein frommer Mensch, versucht, seiner Ethik treu zu bleiben. Doch ist es nur eine Frage der Zeit, ehe die äußeren Umstände, und seine neue Natur ihn brechen und zum Killer machen? Oder sind es die Gefühle gegenüber Tae-Ju?

THIRST ist Unterhaltungskino, denn auf der von mir so geliebten Art vieler koreanischer Filme wird man als Zuschauer vom Handlungsverlauf ständig überrascht und kann sich seiner Sache nie ganz sicher sein. Trotz der tragischen Handlung und der oft brutalen Szenen ist THIRST auch in vielerlei Hinsicht ein sehr lustiger Film. Einige Szenen sind so bizarr, dass man lachen muss, und sie dennoch ernst nimmt.

Tae-Ju (Kim Ok-Bin)

THIRST ist auch, wie die anderen Filme von Park Chan-Wook, optisch ein Genuss. Wunderschöne Einstellungen und originelle Kamerafahrten, schön eingebettete visuelle Effekte ohne schnelle und hektische Schnitte. Ein technisch sehr ansprechender Film.

Fazit

Jemand, der kein Blut sehen kann, sollte THIRST meiden, denn von dem roten Lebenssaft wird reichlich und ich allen möglichen Varianten geschlürft. Ansonsten ist THIRST eine Top-Empfehlung. Nicht ganz so stark wie die Rache-Trilogie oder wie JOINT SECURITY AREA, aber dennoch ein echter Park Chan-Wook, mit Tiefgang und zwei tollen Hauptdarstellern (Song Ka-Ho hatte bereits in drei Filmen von Park gespielt).

BAKJWI (THIRST)
KOR 2009
Regie: Park Chan-wook
Drehbuch: Jeong Seo-gyeong, Park Chan-wook
Kamera: Chung Chung-hoon
Schnitt: Kim Jae-beon, Kim Sang-bum
133 min.

8/10


Kommentare
  1. Dr. Borstel sagt:

    Danke für die Erinnerung. Ich hatte den Trailer damals für sehr interessant befunden, den Film anschließend aber wieder völlig verdrängt. Wird nachgeholt.

  2. Juancho sagt:

    witizig auch, dass er sich gegen ende des films als sie in die wueste fahren angurtet

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