HANA-BI

Veröffentlicht: 5. Mai 2010 in flashback reviews
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Hana-bi

Image via Wikipedia

Nishi ist ein gebrochener Mann. Seine Tochter ist in jungen Jahren gestorben. Seine Frau hat Leukämie und auch nicht mehr lange zu leben. Der Polizist hat Kollegen verloren bei einer misslungenen Festnahme – sein langjähriger Partner  ist nach einer Schusswunde querschnittsgelähmt.

 

In HANA-BI sehen wir, wie unterschiedlich Menschen mit Verlust und Schuldgefühl umgehen. Der Film von Takeshi Kitano, welcher auch die Hauptrolle spielt, erzählt uns keine herkömmliche, nach typischen Mustern verlaufende Handlung, sondern ist eine Kette von Gefühlszuständen und Ausbrüchen.

Verlust und Schuld: Nishi (Takeshi Kitano)

Während Nishis Partner Horibe (Ren Ôsugi) im Rollstuhl versucht, durch Malerei einen neuen Sinn im Leben zu finden (Frau und Kind haben ihn verlassen), kommt Nishi nicht damit zurecht, dass um ihn herum alles den Bach runtergeht. Er ist verschuldet bei den Yakuza, doch anstatt sich einschüchtern zu lassen, explodiert Nishi hin und wieder in Gewaltausbrüchen, als plane er bereits seinen Abgang…

HANA-BI ist wie viele Filme Kitanos (BROTHER, ZATÔICHI) nicht jedermanns Sache. Lange, statische Einstellungen, die fast wie Standbilder anmuten, wenn Kitano regungslos hinter seiner Sonnenbrille verharrt, oder mit seiner Frau stumm Tangram spielt. Der Film erklärt die Ausgangssituation nicht von Beginn an, sondern baut sie in nicht chronologischen Rückblicken zusammen. Doch der Zuschauer merkt schnell, dass es hier nicht um Story geht, auch nicht um Rache. Es geht um den Punkt im Leben, den manche Menschen erreichen, an dem sie eine neue Orientierung benötigen, um weiterzumachen. Horibe findet diese scheinbar, Nishi selbst aber nicht.

Regungslosigkeit und vereinzelte Gewaltausbrüche

Fazit

Ein sehr ruhiger, statischer Film, der immer wieder unterbrochen wird von intensiver Gewalt. Sehenswert, aber nicht mein Kitano-Favorit. Ich bin sehr gespannt auf seinen neuen Film OUTRAGE, der dieses Jahr in Cannes läuft.

HANA-BI
JAP 1997
Regie: Takeshi Kitano
Drehbuch: Takeshi Kitano
Kamera: Hideo Yamamoto
Schnitt: Takeshi Kitano, Yoshinori Ohta
103 min.

7/10


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