APPALOOSA

Veröffentlicht: 7. Mai 2010 in reviews
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Im Jahre 1882 wird die Stadt Appaloosa vom skrupellosen Rancher Randall Bragg (Jeremy Irons) und dessen Männern terrorisiert. Nachdem Bragg den Mashall der Stadt sowie zwei seiner Männer ohne mit der Wimper zu zucken erschießt, stellen die Stadträte in ihrer Not zwei Gesetzeshüter ein und gewähren ihnen alle Rechte. Virgil Cole (Ed Harris) und sein Partner Everett Hitch (Viggo Mortensen), kümmern sich daraufhin mit knallharten Mitteln darum, dass wieder Ruhe einkehrt. Sie erschießen jeden Mann, der sich nicht an das von Cole verkündete Gesetz hält.

Zwei Ereignisse setzen die Geschichte daraufhin in Bewegung. Erstens betritt die vor kurzem verwitwete Allison French (Renée Zellweger) die Stadt und es entsteht unter den skeptischen Blicken von Hitch eine Beziehung zwischen ihr und Cole. Zweitens taucht ein abtrünniger von Braggs Männern auf und erklärt sich bereit, vor Gericht gegen Bragg auszusagen und zu bezeugen, dass er die drei Gesetzeshüter ermordet hat. Cole und Hitch schicken sich an, Bragg auf seiner Ranch zu verhaften und vor Gericht zu bringen…

APPALOOSA ist die zweite Regiearbeit von Ed Harris nach POLLOCK, und erneut spielt er selbst die Hauptrolle. Für seinen Partner hatte Harris gleich zu Beginn an Viggo Mortensen (THE LORD OF THE RINGS) gedacht, mit dem er zusammen in David Cronenbergs A HISTORY OF VIOLENCE gespielt hatte. Tatsächlich stellen die beiden vor der Kamera ein fantastisches Duo dar, dass sowohl authentisch rüberkommt und gleichzeitig auch für viele humoristische Einlagen sorgt. Gleichzeitig wirken sie professionell und hart – besonders Viggo Mortensen imponiert mit seiner Performance und einer offensichtlich sehr gut recherchierten Vorbereitung. Jede einzelne seiner Bewegungen, die Haltung der Waffe, seiner Körperhaltung bei Schusswechseln und natürlich sein Umgang mit dem Pferd, wirken sehr realistisch.

Ed Harris (THE TRUMAN SHOW) spielt einen Mann mit zwei Gesichtern: den hochprofessionellen und erfahrenen Gesetzesmann, der es locker mit einer Meute von einem Dutzend Männern aufnimmt, aber zugleich auch den unsicheren Liebhaber, der wenig von Frauen versteht und keine Ahnung hat, wie ein Privatleben mit eigenem Haus aussehen könnte.
Jeremy Irons (LOLITA, KINGDOM OF HEAVEN) ist wie immer gut, sein eloquenter Bragg ist verabscheuungswürdig, ohne zur bösen Karikatur zu werden, und Renée Zellweger spielt überzeugend die Witwe, die unbedingt ein Alphamännchen an ihrer Seite braucht, ohne dabei mit ihren typischen Manierismen allzusehr zu übertreiben.

Ed Harris‘ Inszenierung ist durchweg stimmig und gut geführt. Er benutzt in den Szenen mit Cole und Hitch viele verschiedene Einstellungen, die unter anderem veranschaulichen, wie die beiden stets versuchen, alle Winkel ihrer Umgebung im Blick zu haben und abzusichern. Die Landschaftsaufnahmen sind schön und imposant, und es wird sogar eine kleine Hommage an THE WILD BUNCH mitgeliefert.

APPALOOSA ist ein Buddy-Movie und steht damit in der Tradition von Filmen wie BUTCH CASSIDY AND THE SUNDANCE KID. Die Freundschaft der beiden Männer, die alles andere überragt und Bestand hat, steht im Mittelpunkt und macht sowohl die Protagonisten, als auch den Film sehr sympathisch.

Fazit

APPALOOSA ist ein schöner Western mit Staraufgebot, interessanter Handlung mit einigen unvorhersehbaren Twists und einem guten Ende. Der Film hat viel Humor, ohne zur Komödie zu werden. Es ist für Fans schön zu sehen, dass das totgesagte Genre des Westerns immer wieder kleine Perlen hervorbringt. Für mich ist Viggo Mortensen der heimliche Star des Films, seine Figur könnte glatt eine echte Persönlichkeit  sein, die per Zeitmaschine aus dem 19. Jahrhundert erschienen ist.

APPALOOSA
USA 2008
Regie: Ed Harris
Drehbuch: Robert Knott, Ed Harris
Kamera: Dean Semler
Schnitt: Kathryn Himoff
115 min.

8/10

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