DAYBREAKERS

Veröffentlicht: 15. August 2010 in reviews
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In der Zukunft sind Vampire in der Mehrheit, und die schrumpfende Population der Menschen ist in die Marginalität verbannt. Da es immer weniger Menschen gibt, entsteht ein Problem: was passiert, wenn es keinen Tropfen Menschenblut mehr gibt? Die Forschung arbeitet an Ersatzblut, doch die bisherigen Versuche haben fatale Ergebnisse. Ein führendes Unternehmen forscht parallel an künstlichem Blut, macht seinen größten Umsatz jedoch mit dem Verkauf von Blut aus seiner gigantischen Menschenfarm. Hier werden eingefangene Menschen am Leben erhalten und wie Kühe gemolken, indem sie zur Ader gelassen werden.

Einer der leitenden Wissenschaftler des Unternehmens, Edward Dalton (Ethan Hawke), gehört zu einer seltenen Sorte Vampir: er hat ein Gewissen und kann es nicht mit sich vereinbaren, Menschenblut zu trinken. Er hofft, endlich den Durchbruch zu schaffen und künstliches Blut in großem industriellen Rahmen herstellen zu können, um damit sein moralisches Dilemma zu lösen. Firmenchef Charles Bromley (Sam Neill) jedoch ist lediglich an Gewinn interessiert – egal ob dieser durch Kunstblut oder echtes Blut gemacht wird.


Dalton trifft auf Lional Cormac (Willem Dafoe), der sich Elvis nennt und ihm zeigt, dass er selbst einst Vampir war und es geschafft hat, sich zurückzuverwandeln. Beide versuchen nun, dies experimentell zu wiederholen, während sie gleichzeitig von den Menschenjägern gejagt werden, die zu allem Überfluss auch noch von Daltons Bruder Frankie (Michael Dorman) angeführt werden – längst gilt der Wissenschaftler als Verräter und Outlaw.


DAYBREAKERS mischt Sci-Fi-Elemente mit dem Vampirfilm und startet von einer interessanten Idee aus: eine Population, die von einer endlichen Ressource abhängig ist, die zu Neige geht – man kann Analogien zu vielen aktuellen und anstehenden Geschehnissen ziehen. Gleichzeitig ist ein interessantes Setting für einen etwas anderen Vampirfilm gegeben. Doch leider nehmen die Spierig Brothers (UNDEAD), welche Regie geführt und das Drehbuch geschrieben haben, den gleichen Weg, der bei SURROGATES eingeschlagen wurde. Eine Idee mit Potential wird nicht weiter entwickelt, und das dadurch entstehende narrative Vakuum wird gefüllt mit Actionszenen, Schießereien und vielen platzenden Köpfen.
Dabei hätte man wirklich einen interessanten Film machen und von dem hochwertigen Cast profitieren können. Stattdessen ist Ethan Hawke der einzige, der in der ersten Hälfte des Films in einigen ruhigen Szenen so etwas wie Atmosphäre und Interesse am Charakter wecken kann. Die Rolle Willem Dafoes ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten, und auch Sam Neill braucht  nur einen Blick für den ganzen Film.


Der komplette Showdown des Films ist dann reines Ärgernis. Könnte man sich bei einem trashigen Film, der sich selbst auf die Schippe nimmt, eventuell noch amüsieren, so wird hier einfach nur eine Aneinanderreihung von Schießereien mit immer unglaubwürdigeren Auftritten geboten – ständig taucht ein weiterer Charakter im letzten Moment aus dem Nichts auf, um den rettenden Schuss auszuführen – bis dann schließlich nach dem finalen Blutbad die Guten natürlich gewonnen haben. So wird aus einem Film mit Potential letztlich ein Actionsplatter-Mix ohne Hirn.

Fazit

Ich hatte niedrige Erwartungen, und diese wurden dann unterboten. DAYBREAKERS fängt gut an und baut dann rapide ab. Für harte Genrefans vielleicht zur einmaligen Sichtung geeignet, ansonsten ein Film zum Abhaken.

DAYBREAKERS (2009, The Spierig Brothers), 98 min.

4/10


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