INCEPTION: Interpretationen und Erklärungsversuche

Veröffentlicht: 16. August 2010 in analysen
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Achtung: es versteht sich von selbst, dass diese Analyse massive Spoiler enthält!

Vor kurzem habe ich meine Review zu INCEPTION veröffentlicht, doch mit diesem Artikel möchte ich den Film etwas genauer betrachten und versuchen, eine eigene kleine Analyse und Interpretation durchzuführen. Das ist nicht ganz einfach, da ich mittlerweile viele Websites, Blogs und Interviews durchforstet habe, um an weitere Meinungen und Informationen zu kommen, und dadurch wurde ich natürlich beeinflusst. Einige Theorien decken sich mit meinen bisherigen Einschätzungen, andere hatte ich noch nicht in Betracht gezogen. Von diesen halte ich einige für zu weit hergeholt, andere hingegen für außerordentlich interessant, um weiter darüber nachzudenken.

Zunächst ein paar Worte zu den Debatten um den Film herum:
Ich möchte keine Diskussion über den Hype führen, mir geht es nur um den Film selbst. Glücklicherweise hatte ich es geschafft, den Hype im Vorfeld komplett auszublenden. Ich hatte einerseits privat eine Menge um die Ohren und daher kaum Zeit, was aufzuschnappen, und ansonsten habe ich es vermieden, Artikel über INCEPTION zu lesen oder mir weitere Trailer als den allerersten Teaser anzusehen. So habe ich es tatsächlich geschafft, ohne Vorwissen, außer der kryptischen Betitelung Nolans: „set within the architecture of the mind“ und dem umhergeisternden Begriff „Traumdieb“, den Film im Kino zu sehen, der für so viel Diskussionsstoff sorgt.
Mein Eindruck bisher ist, dass es Reviews gibt, die den Film in allerhöchsten Tönen loben. Davon sind sicherlich einige dabei, die sich vom Hype beeinflussen haben lassen. Gleichzeitig habe ich Kritiken gelesen, die den Film richtig schlecht machen, und auch diese sind in meinen Augen ein Ergebnis des Hypes, nämlich 180°-Feedbackeffekte (auch wenn das die entsprechenden Autoren ungern hören mögen). Beide Seiten vergessen, dass sie sich in erster Linie mit dem Film an sich beschäftigen sollten, und nicht mit Box Office Zahlen oder Erwartungshaltungen eines erfolgreichen Regisseurs gegenüber. Man sollte es nicht zum Sport machen, einen Film und seinen Macher schlecht zu reden, nur weil man gerne gegen den Strom schwimmen möchte. Gleichzeitig sollte man einen Film auch nicht in allerhöchsten Tönen loben, ohne ihn, etwas übertrieben formuliert, gesehen zu haben. Das führt vielleicht zu mehr Klicks und hitzigen Auseinandersetzungen zwischen Fans und Hassern, aber was soll das bringen?
Um es mit den Worten von Kevin Smith auszudrücken:

„Bad movies have existed since human beings have existed. Movies are a SUBJECTIVE experience. EVERY movie is good to some, bad to others.“ Twitter, 16.08.2010

In meiner Review habe ich ja bereits gezeigt, dass ich begeistert von INCEPTION war und bin und dem Film daher die Bestnote gegeben habe. Dabei spielten einige Faktoren eine Rolle: erstens nicke ich anerkennend angesichts Nolans Handwerk – er schafft es, eine klare und technisch so beeindruckende Bildsprache aufzubauen, und selbst das beeindruckendste und komplizierteste Bild dient letztlich nur seiner Geschichte und ist nicht reines Eye Candy. Zweitens ist INCEPTION ein Film mit Inhalt, der den Zuschauer auch lange nach dem Kinogang noch beschäftigt und grübeln lässt. Noch immer habe ich Szenen des Films im Kopf und versuche mir über die genauen Motive Nolans bewusst zu werden und seine eigene Intention nachzuvollziehen. Ein Film, der das bei mir schafft, gehört für mich in die gleiche Kategorie wie HEAT, FIGHT CLUB oder THE FOUNTAIN.

Nun aber genug Vorgeplänkel, sondern zum eigentlichen Grund dieses Artikels: meine Interpretation und Gedanken über INCEPTION, worum es in dem Film geht und was tatsächlich passiert!

DAS ENDE, ODER AUCH DER ANFANG VOM ZWEIFEL

In der letzten Einstellung des Films sehen wir den Kreisel Cobbs – sein Totem, oder genauer gesagt, Mals Totem – und ehe er umfallen kann, schneidet Nolan auf Schwarz und lässt uns im Dunkeln.
Als ich das erste Mal aus dem Kino ging, war für mich klar, dass dies ein kleiner filmischer Trick war und beim Zuschauer augenzwinkernd erste Zweifel aufkommen lassen sollte, ob die letzte Szene, die Vereinigung Cobbs mit seinen Kindern, wirklich real sei oder nicht doch ein Traum. Meine Entscheidung nach dem Film war, dass die Szene real ist und der Kreisel umfallen würde, wenn wir ihn länger anschauen würden. Generell mag ich die Vorstellung nicht, einen Film mit „es war alles nur ein Traum“ zu beenden (das wird zu oft genutzt, um sich dramaturgisch aus der Schlinge zu ziehen und den Film einfach abrupt enden zu lassen), und insgesamt schien mir diese Idee auch zu unsinnig zu sein. Im Internet kursierten natürlich mittlerweile schon die wildesten Theorien und Gerüchte, und viele davon klingen plausibel, obwohl sie sich widersprechen. Ich möchte nun einige dieser Theorien aufgreifen:

1)
Die letzte Szene ist real (der Kreisel fällt noch um, wir sehen es bloß nicht mehr), und Cobb trifft tatsächlich auf seine Kinder, da er den Job für Saito erledigt hat, indem er Fischer die Idee, das Firmenimperium aufzulösen, eingepflanzt hat. Diese Interpretation ist wahrscheinlich die geläufigste und plausibelste, aus guten Gründen. Die Geschichte wird so erzählt und aufgelöst, so dass sich uns diese Interpretation aufdrängt. Wir suchen natürlich auch immer nach dem Sinn, nach der Motivation und der Schwere des Ganzen. So haben wir eine glückliche Auflösung eines Heist-Thrillers mit Sci-Fi-Elementen, indem der Held am Ende seine Mission erfüllt hat und sein fernes Ziel erreichen kann. Wie eingangs erwähnt, war ich nach dem ersten (und zweiten) Kinobesuch Anhänger dieser Interpretation. Allerdings gibt es hier einige Probleme, und ich habe den Eindruck, dass die mit dieser Interpretation zusammenhängenden Probleme der Grund sind für Kritiken, die den Film negativ auffassen. Auf diese Punkte komme ich gleich bei einer anderen Interpretation zu sprechen. Wenn wir davon ausgehen, dass die letzte Szene real ist, dann müssen wir auch davon ausgehen, dass die restlichen Szenen, die für den Zuschauer und für Cobb der Realität entsprechen, real sind. Wir haben also dadurch eine ganz klare Struktur mit Szenen in der Realität und Szenen in Traumebenen.

2)
Die letzte Szene ist nicht real (der Kreisel dreht sich ewig weiter), Cobb befindet sich also weiterhin im Limbus.

Einiges spricht dafür: zunächst einmal ändert sich in dem Moment, wo Cobb scheinbar im Flugzeug erwacht, die gesamte Optik des Films. Die folgenden Szenen sind verlangsamt, es gibt keinen Dialog mehr. Die Charaktere schweben am Flughaften fast wie in einem Traumzustand aneinander vorbei. Und schließlich sind da die Kinder, in der gleichen Pose wie in Cobbs Erinnerung, kaum sichtlich gealtert und scheinbar im gleichen Outfit (tatsächlich scheint hier aber eine Täuschung vorzuliegen: es wurden vier Kinder eingesetzt, die beiden in der letzten Szene sind wohl ein wenig älter, und die Outfits sollen sich auch minimal unterscheiden, was ich aber nach der zweiten Sichtung nicht bestätigen kann). An sich schreit dies alles nach Traum, und die Konsequenz für die Interpretation ist weitreichend: ist nur die letzte Szene ein Traum? Oder vielleicht alles, was wir bisher als real betrachtet haben?

3)
Nicht nur die letzte Szene, sondern alle Szenen, die in der vermeintlichen Realität spielen, sind eine Traumebene.

Hierzu gibt es eine interessante Analyse von Devin Faraci auf chud.com. Wenn die Überlegung, dass alles nur ein Traum sei, wirklich zutrifft, muss man vieles in Frage stellen. Der Zuschauer hat das Problem, dass er selbst kein Totem mehr hat. Wären das ansonsten die realen Szenen gewesen und die eindeutigen Hinweise des Erwachens aus dem jeweiligen Traum, so nimmt diese Interpretation dem Zuschauer jegliche Orientierung und die Möglichkeit, nach etwas greifen zu können. Wenn die realen Szenen ein Traum sind, was ist dann von der Geschichte des Protagonisten wahr? Hat er wirklich einen Auftrag, bei Fischer die Inception auszuführen? Existieren die anderen Teammitglieder, oder sind sie lediglich Projektionen aus Cobbs Unterbewusstsein?

Es ist eine Interpretation, die ich nicht in Erwägung ziehen wollte, da sie gegen meine Auffassung verstößt, dass der größere Sinn und die Motivation des Films, des Protagonisten, ad absurdum geführt wird, wenn nichts von allem von Belang ist. Aber ist das wirklich der Fall? Zunächst einmal: welche Argumente gibt es, die diese Theorie stützen könnten? Es gibt tatsächlich einige Elemente, die ich im ersten Punkt erwähnt hatte und meiner Meinung nach für die schlechten Kritiken bei einigen Reviews gesorgt haben: es passieren nämlich einige wenig bis nicht plausible Dinge. Ein Paradebeispiel ist die Szene in Mombasa: hier ist Cobb auf der Flucht vor den Männern seines früheren Auftraggebers. Abgesehen davon, dass er mehreren bewaffneten Männern das Wasser reichen kann und nicht erschossen wird (wir sind ja mittlerweile mit vielen haarsträubenden Actionszenen abgestumpft worden und stellen dies kaum noch in Frage) – damit könnte man sich noch abfinden – passieren zwei Dinge, die auf einen Traum hindeuten können. Cobb flieht durch eine enge Gasse, und die Wände rechts und links verengen die Straße scheinbar mit jedem Schritt, bis Cobb am Ende des Gangs zwischen den Wänden stecken bleibt und sich mit nur mit Mühe und Not noch durchquetschen kann. Dies ist ein typisches Traumbild, die erschwerte Flucht und unrealistische, doch im Traum nicht weiter hinterfragte Hindernisse. Als er es durch den Spalt geschafft hat, steht plötzlich der Wagen Saitos vor ihm und rettet ihn in letzter Sekunde. Diese Rettung ist absolut unplausibel. Selbst wenn wir davon ausgehen, dass Saito Cobb beschatten lässt, um seine Mission nicht zu gefährden, sollte man doch eher glauben, dass er dafür fähige Männer hat und nicht selbst seine wertvolle Zeit zu opfern braucht. Und selbst wenn er es doch tut: wie hoch stehen die Chancen, dass Saito Cobb in den verwinkelten Straßen Mombasas nach einer urplötzlichen Flucht so getimed und perfekt abfangen und retten kann? Doch Cobb stellt dies nicht weiter in Frage, sondern steigt ein.

Szenen wie diese können bei Kritikern, die nur die erste Interpretation in Erwägung ziehen, dazu führen, zu dem Entschluss zu kommen, dass hier mit billigen filmischen Tricks und Deus Ex Machina Prinzipien zu Werke gegangen worden ist. In diesem Fall: klare Minuspunkte für den Film und seinen Macher. Aber ist das wirklich so? Hat Nolan diese Handlungslöcher übersehen, oder musste er sie gar einbauen, weil er Druck seitens des Studios hatte, einen kassentauglichen Blockbuster zu drehen? Ich möchte das bezweifeln. Die Geldgeber haben Nolan nach dem phänomenalen Erfolg von THE DARK KNIGHT aus der Hand gefressen und waren sofort bereit, ihm ein Riesenbudget zur Verfügung zu stellen, für ein Projekt, welches ansonsten kaum Chancen auf so große Unterstützung gehabt hätte. Je mehr ich über den Film und besonders die „realen“ Szenen nachdenke, desto weniger halte ich an Interpretation 1 fest. Cobb versucht in Yussufs Traumkeller seinen Kreisel zu drehen um einen Realitätscheck zu machen, doch der Kreisel fällt zu Boden und Saito kommt hinzu, so dass Cobb den Check abbricht. Es gibt allerdings auch eine Szene, in der Cobb in seinem Appartement den Kreisel dreht und mit geladener Pistole an der Schläfe abwartet. Der Kreisel fällt um und Cobb kann die Waffe beiseite legen. Ein Gegenbeweis für die „Alles nur ein Traum“-Theorie? Nicht unbedingt, wenn man bedenkt, dass der Kreisel eigentlich nicht Cobbs, sondern Mals Totem ist. Cobb verstößt, wie so oft im Film, gegen die eigenen Regeln, indem er kein 100% eigenes Totem für die Realitätschecks verwendet. Daher müsste man konsequenterweise fast sagen, dass der Kreisel keine Garantie mehr ist und nicht auf Traum oder Wirklichkeit hinweisen kann…

Ein weiterer Kritikpunkt waren die etwas flachen Charaktere um Cobb herum, die kaum Raum für Entwicklung hatten. Dieses vielleicht etwas schwächere Argument könnte man so erklären: wenn alles nur ein Traum ist, dann müssten Cobbs Teammitglieder seine Projektionen sein – in diesem Fall spiegeln die einzelnen Charaktere Facetten seiner eigenen Persönlichkeit. Arthur ist der coole Alleskönner, der stets beherrscht bleibt und immer den Überblick behält, im Gegensatz zum außer Kontrolle geratenen Cobb. Eames ist Charmeur und Draufgänger. Er hat Humor und ist gleichzeitig ein echter Actionheld, der es mit mehreren Schneesoldaten aufnehmen kann. Seine Fähigkeit, sich in andere Personen zu verwandeln, erinnert ebenfalls an das häufige Gestaltwandler-Motiv aus Träumen.  Das sind ideale und makellose Wunschvorstellungen Cobbs. Ariadne ist die Architektin, macht also das, was Cobb früher gemacht hat. Sie ist eine Art jüngere Version von Cobb, und dies wird dadurch angedeutet, dass sie am meisten über Cobb in Erfahrung bringt (oder bereits weiss), obwohl sie als letzte zum Team gestoßen ist. Sie begleitet ihn auch bis in den Limbus. Eine sehr abgefahrene Theorie, die ich irgendwo gelesen habe, besagt, dass Ariadne Cobbs Therapeutin ist und ihn durch die Inception-Technik von seinem Trauma befreien will. Klingt interessant, und es sprechen paar Dinge dafür. Jedoch finde ich, dass die gleichen Argumente auch die Variante „Ariadne ist ein junger Cobb“ bestätigen. Michael Caine spielt die Vaterfigur, und damit einen klassischen Archetyp. Aus dem Team bleiben noch Yussuf und Saito übrig, und hier tue ich mich schwer, sie als Projektionen Cobbs festzulegen. Yussufs Rolle ist rein funktional, denn er liefert mit seinem Betäubungsmittel die Möglichkeit, tiefere Ebenen zu erreichen. Saito könnte einerseits als Druck von außen gesehen werden, Erwartungsdruck vielleicht, oder Erfolgsdruck. Der Mann im Hintergrund, der das Geld hat (mehr dazu in der letzten Interpretation). Saito könnte aber auch (ähnlich wie in der Therapie-Version) der Eindringling sein, der Cobb entweder helfen oder schaden will (über eine Inception?). Und schließlich ist da noch Mal, Cobbs verstorbene Frau, sein Schatten im Unterbewusstsein. Wenn man überlegt, ob alles nur ein Traum ist, gibt es im Prinzip zwei Möglichkeiten: Mal ist wirklich so gestorben, wie Cobb in seinen Erinnerungen festgehalten hat. Vielleicht aber hatte Mal auch Recht! Vielleicht ist sie wirklich aus der vermeintlich realen Welt durch ihren „Suizid“ aufgewacht und versucht nun selbst, Cobb aus dem Limbus zu holen? Immerhin ist es Mal, welche Cobb die Frage stellt, wie realistisch es wohl sei, dass er auf der ganzen Welt vor gesichtslosen Anzugsträgern auf der Flucht sei, die ihn alle fangen wollen? Mal deutet auf die unplausiblen Punkte hin, die Cobb einfach hingenommen hat, ohne sie zu hinterfragen.


Es ist wirklich schwierig, sich festzulegen. Fest steht für mich nur, dass es interessanter wird, wenn man die erste und vielleicht nahe liegende Interpretation außen vor lässt und sich darüber hinaus Gedanken macht. Der Film gewinnt dadurch weitere Dimensionen und Tiefe, und vor allem entkräftet er Vorwürfe, die man ihm ansonsten machen könnte. Jetzt kann man natürlich „Halt“ rufen und sagen, Christopher Nolan mache es sich einfach. Indem er alles in Frage stellt, hat er Narrenfreiheit und kann eine unplausible Szene nach der anderen drehen um für Unterhaltung zu sorgen. Ich kann mir allerdings schwerlich vorstellen, dass der Perfektionist Nolan das nötig hat. Ich glaube nicht, dass jemand, der MEMENTO und THE PRESTIGE gemacht hat, schulterzuckend Handlungslöcher in einem so konstruierten Film hinnimmt. Vielmehr spielt Nolan hier mit dem Publikum, er erreicht das, was gerade im Internet passiert: wilde Diskussionen, seitenlange Essays. Er hat Zweifel in uns gesät und somit am Zuschauer eine Inception ausgeführt. Wir selbst sind mit einer Idee aus dem Film herausgegangen, mit einem nagenden Zweifel, ob wir wirklich alles gesehen haben, oder ob da nicht doch mehr war?

Meiner Meinung nach erlebt Cobb selbst eine Inception – entweder durch Ariadne, durch Mal, oder durch eine(n) Unbekannte(n). Ihm wird eine Idee eingepflanzt, so wie er Fischer eine einpflanzt. Die letzte Szene mit Cobbs Kindern, sorgt zusammen mit dem letzten Treffen mit Mal für seine persönliche Katharsis. Er überwindet sein Trauma und seine Zweifel. Es ist ihm gar egal, ob der Kreisel fällt oder nicht, denn er sieht die Gesichter seiner Kinder und ist zum ersten Mal wieder glücklich. Egal ob Realität oder nicht – das Konzept wird sowieso überbewertet. Schon die Philosophie hat vor langer Zeit festgestellt, dass wir nicht wissen können, was um uns herum real ist.

4)
Die letzte und auch sehr abgefahrene Theorie (die ebenfalls aus Faracis Artikel auf chud.com stammt), die ich hier vorstellen möchte, besagt, dass das Thema in INCEPTION das Filmemachen selbst ist, und Nolan hier seine eigenen Ängste und Gefühle während des Prozesses einer Filmproduktion verarbeitet. Es gibt ein paar Hinweise auf diese Theorie. DiCaprio soll in einem Interview gesagt haben, dass er sich bei seiner Charakterentwicklung an Nolan orientiert habe, außerdem soll Fellinis 8 1/2 als filmisches Vorbild gedient haben. 8 1/2 ist ein Film über das Filmemachen. Über einen Regisseur und seine Blockade, seine Suche nach Inspiration, seine Ängste gegenüber der finanziellen Verpflichtung (den Produzenten) und über den Druck nach einem überaus erfolgreichen Film. Man kann von daher sicherlich Parallelen ziehen. Nolans Budgets sind von Film zu Film in schwindelerregende Höhen gestiegen. Jeder Regisseur stirbt tausend Tode bei der Realisation eines Films – man kann den Druck, der aufgrund eines Megabudgets und der Erwartung eines Kassenschlagers auf seinen Schulter lastet, nur erahnen. Stimmt jedenfalls die Theorie, dann ist Cobbs Traum Nolans Traum, und die Charaktere repräsentieren verschiedene Aspekte des Filmemachens. Eames ist natürlich der Schauspieler, darauf deutet seine Wandlungsfähigkeit hin, aber auch eine eindeutige Szene, in der er sich wie ein Schauspieler in der Maske vor dem Schminkspiegel auf seine Rolle vorbereitet. Saito wäre demnach der Produzent, der Nolan im Nacken sitzt, immer dabei ist, sich einmischt und aufgrund des Geldes auch oft das letzte Wort hat. Saito wird im Film ab und zu als Tourist bezeichnet. Auch beim Film spricht man von den so genannten Set-Touristen, die immer wieder mal auftauchen, aber über deren Funktion sich viele der „ehrlich Arbeitenden“ selten im Klaren sind. In der Szene, bevor die Operation losgeht, steht die „Crew“ auf der Straße der ersten Traumwelt und bespricht den Plan. Diese Szene wirkt wie ein typisches „Location Recce“ – ein Vorbereitungstag, welcher in der Regel kurz vor dem eigentlichen Drehtag durchgeführt wird. Hier besprechen Regie, Kamera, Licht und Produktion nochmals die Einstellungen, die verschiedenen Setups und den Ablaufplan. Zugegeben, diese Interpretation von INCEPTION ist vielleicht die abstrakteste, aber selbst wenn sie nicht ganz zutrifft, so ist klar, dass zumindest Elemente ihren Weg in das Endprodukt gefunden haben.

Bleibt noch zu erklären, warum ich von meinem bisherigen Prinzip abweiche und einen Film mag, der womöglich „nur ein Traum“ war. Nun, Ausnahmen bestätigen bekanntermaßen die Regel, und man kann alles gut und schlecht machen. In diesem Fall wird der Film offenbar sogar noch besser und gewinnt eine ungeahnte Dimension, ausgelöst durch den Zweifel, den Nolan bei mir gepflanzt hat. Das ist große Klasse, und somit nehme ich den Film als etwas ganz anderes wahr, anstatt eines herkömmlichen Films mit Plot und 1-2-3-Akt Aufbau usw.

Ich hoffe, ich konnte verdeutlichen, warum mich INCEPTION nach wie vor so begeistert und warum es meiner Meinung nach ein herausragender und großartiger Film ist. Vielleicht hilft es dabei, den Film zu früh zu verdammen oder schlecht zu reden. Auf jeden Fall aber sollte es helfen, sich eine Meinung zu bilden, basierend auf einer erweiterten Wahrnehmung des Films als die reine erste Interpretation. Ich glaube, dass Nolan bewusst mit der Vieldeutigkeit gespielt hat und dies womöglich auch den großen Reiz des Projektes ausgemacht hat. INCEPTION ist ein Film, der noch weiter reifen wird, und ich werde mich auf jede weitere Sichtung freuen und auf alles, was ich dann noch in Erfahrung bringen werde.

Als kleine Auflockerung zum Schluss noch ein Video, welches Fans wahrscheinlich schon längst kennen – die erweiterte INCEPTION Endeinstellung:

Anmerkung: ich habe hier auf die Artikel verlinkt, die am meisten und ausführlichsten die Theorien ansprechen. Es ist mir allerdings im Nachhinein unmöglich, sämtliche Seiten und Forenbeiträge zu rekonstruieren, die ich besucht habe. Die grundlegenden Ideen sind bereits existente Theorien, ich habe lediglich meine Interpretationen und Gedanken dazu ergänzt.

Zwei weitere interessante Videos findet ihr auf diesem Blog: dieses hier zeigt die Technik hinter dem Zero-G Kampf im Hotelflur. Dieses Video enthüllt ein kleines Geheimnis des Filmkomponisten Hans Zimmer und wie er zu seinem Thema gekommen ist.

Update: jetzt gibt es auch ein Post zu einem Interview, welches Christopher Nolan wired.com gegeben hat, mit interessanten Einsichten.

Kommentare
  1. indy sagt:

    Ich freue mich übrigens sehr über Kommentare und Meinungen zum Film und zu diesem Artikel!😉

  2. Die Theorie, Mal würde versuchen, Cobb aus dem Limbus zu befreien, halte ich für falsch. Schließlich will sie Cobb davon überzeugen, dass der Limbus (am Ende) die reale Welt ist – sie kann zumindest nicht in seinen Geist eingebrochen sein – das wäre absurd.
    Dass die anderen Figuren in Cobbs Team bloß Projektionen sein sollen, verstehe ich schon, aber in welchem Film haben bitteschön 6 Figuren wirklich bis ins Detail präsentierte Tiefe? Hier dürfte es sich aller Wahrscheinlichkeit nach nur um das Übel handeln, den Film nicht noch Längen zu beschaffen.
    Die letzte Szene, also die Frage, ob der Kreisel fällt oder nicht, habe ich unmittelbar nach dem Abspann als Augenzwinkern von Nolan gedeutet: Was wir gesehen haben, ist nicht real, sondern ein Film. Ich halte die Idee noch immer für möglich, würde aber dem Film inhaltlich nicht allzu gut tun…

    • indy sagt:

      Ich bin mir auch nicht wirklich sicher, ob es Mal ist, oder sie wirklich gestroben ist. Daher teniere ich eher zu einer anderen Person, die Cobb helfen will, seine Schuld loszuwerden.

      Was den Kreisel angeht, hast du natürlich Recht, auch auf der absoluten Meta-Ebene: es ist einfach ein Film! Selbst wenn alles im Film „real“ wäre, wäre der Film immer noch ein Film, wir würden ihn aber als real einstufen und nicht als Traum…somit spielt Nolan mit der kompletten Wahrnehmung des Films über dessen Grenzen hinaus…

  3. tiditoad sagt:

    Hmm… Spekulationen über Spekulationen. Ich bin begeistert von den vielen Interpretationsmöglichkeiten, die sich im Internet finden lassen. Trotzdem bleiben Zweifel nie aus. Nehmen wir mal die Interpretation „das Ende = Realität“ an. Wie sind sie dann aber überhaupt aus dem ersten Traumlevel rausgekommen? Der Traum hätte eine Woche dauern müssen, da sie ja 10 Stunden schlafen. Die 10 Stunden wurden auch ausgenutzt, da ja die Landung in LA kurz bevorsteht. Bis zum Fall des Vans ins Wasser ist aber sicher noch keine Woche vergangen. Wie also haben sich die Träumer und Architekten verhalten nachdem die koordinierten Kicks kamen? (übrigens: Warum hat man Yusuf nicht mehr gesehen?) Haben sie 6 Tage in dem Traum einfach abgewartet? Das ist mir nicht ganz klar, denn dann hätten Fischers Projektionen sie doch längst wieder in den Limbus katapultiert. Eine mögliche Lösung die mir auf die Schnelle einfällt: Fischer töten/wecken um auch seine Projektionen hinfortzunehmen. Dafür gibt es aber keine Indizien.
    Daher finde ich es wahrscheinlicher, dass das Ende nicht real ist. Wenn man sich den Film ein zweites Mal ansieht, kommt einem auch alles nach dem „Erwachen“ kurz vor LA komisch vor. Warum sehen ihn alle an, warum sehen sich seine Freunde nicht einander an? Wie kommt Domms Vater an den Los Angeles-Flughafen, ist er nicht normalerweise in Paris? Wann hat man ihm denn gesagt, dass sein Sohn kommt? Solch eine Mitteilung wäre doch ziemlich zumutbar für einen älteren Mann, da ja nicht sicher war, dass Saito sein Versprechen hält. Wieso also den Vater alarmieren? Wie wahrscheinlich ist es, dass Domms Kinder in exakt derselben Position in der Wiese sitzen wie als er sie das letzte Mal gesehen hat? (Okay, unmöglich ist das nicht, aber wahrscheinlich???) Und warum bietet die Stewardess Domm ein Erfrischungstuch an? Vorher hat sie doch noch das Dream-Sharing eingeleitet und die Vorhänge geschlossen. Warum fällt sie plötzlich in die Stewardess-Rolle zurück? Nur um Fischer zu täuschen? Und auch die Szene in der Domm seinen Koffer nimmt wirkt wie ein Traum, wenn man darauf achtet. Er bekommt seinen Koffer sofort, währen Fischer, ein Millionenerbe, zwischen lauter Passagieren steht und auf sein Gepäck wartet, obwohl er normalerweise mit einem Privatjet fliegt. Reist er wirklich allein, sodass er sich um seine Koffer kümmern muss?
    Diese Fragen fand ich allesamt sehr verwirrend, denn ich fände ein Happy-End schöner =)
    Fällt jemandem was ein, dazu?
    Achja, im Anschluss noch eine kleine Ungereimtheit, vielleicht kann mich jemand aufklären: Arthur bleibt in dem Hotel ja „wach“, also wechselt nicht mit dem Rest der Bande in die dritte Traumebene. In der ersten Ebene gibt es ja die Szene wo sich Yusuf mit dem Van überschlägt und mehrmals kugelt. Warum erhält Arthur davon keinen Kick? Bei den anderen ist es klar, sie schlafen ja und bräuchten einen koordinierten Kick zum Aufwachen, aber was ist mit Arthur? Warum wacht er nicht auf? Den zweiten Kick überlebt er auch, als der Van von der Brücke fällt. (Der „verpasste“ Kick, den die anderen nur durch die Schneelawine wahrnehmen) Er bleibt im Hotel und hat genug Zeit um die Schlafenden in den Aufzug zu befördern. Er „überlebt“ also zwei Kicks, wie kann das sein? Das Sedartiv sollte doch die Funktion des Innenohres nicht beeinträchtigen, eigentlich müsste er an beiden Punkten aufwachen. Oder?

    Alles in allem aber: Super Essay! Im Gegensatz zu anderen Seiten, wo einfach nur spekuliert wird, finde ich hier endlich mal richtige Begründungen zu den Ansätzen. Die Mombasa-Szene ist mir auch von Anfang an (beim ersten Gucken) wie ein Traum vorgekommen, deswegen finde ich die zweite Interpretation auch sehr plausibel, auch wenn ich nicht davon begeistert wäre zu sagen: Alles ist ein Traum.

    • indy sagt:

      Wow, vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar! Ich versuche mal, ein wenig auf deine Fragepunkte einzugehen, wobei ich natürlich nur nach meiner eigenen Einschätzung sprechen kann, also reine Interpretation!😉

      1. ich habe es auch so vertanden, dass die Crew im Prinzip in Traumlevel 1 abwartet, bis der Flug zu Ende ist bzw. bis der Timer der Countdown-Maschine im Flugzeug abgelaufen ist und sie geweckt werden. Ich vermute, dadurch, dass Fischer seine Inception bekommen hat, ist jeglicher Widerstand gebrochen, und daher besteht für die Crew auch keine Gefahr mehr, auf militärische Projektionen zu stoßen…

      2. genau die Punkte, die du nennst, haben bei mir auch das mulmige Gefühl ausgelöst, dass die Szene wahrscheinlich doch nicht real ist. Wäre es „nur“ die letzte Einstellung mit dem Kreisel gewesen, so hätte ich an der Interpretation 1 festgehalten und dies nur als kleinen Witz von Nolan interpretiert, der die Zuschauer ein wenig verunsichern will. Da aber wirklich die gesamte Szene nach dem Aufwachen im Flieger so völlig anders aussieht und abläuft als der Rest des Films (allein schon optisch) inkl. der von dir genannten Ungereimtheiten, schreit das alles schon sehr nach Traum.

      3. zu dem Kick: ich habe es so verstanden, dass durch das Überschlagen des Vans in der Traumebene 1 die Gravitation in Ebene 2 auf gehoben wird (rotierende Welt usw.). In Schwerelosigkeit kann die Crew keinen Kick empfinden, also auch Arthur nicht, als der Van durch das Geländer bricht; deshalb bastelt er dann unter Zeitdruck am präparierten Fahrstuhl, um bei der zweiten Chance (Aufprall auf das Wasser), mittels stürzendem Fahrstuhl zurückzukommen. Er muss im Prinzip nur seinen Kick timen mit dem Wasser – gleichzeitig muss er hoffen, dass die anderen ihre Kicks auch synchronisieren.

      Hoffentlich habe ich mich klar ausgedrückt und nicht für noch mehr Verwirrung gesorgt!😉

      • tiditoad sagt:

        Also, eigentlich muss der Kick ja nur bei der schlafenden Person, nicht im Traum durchgeführt werden. Das sehen wir ja auch ganz am Anfang vom Film, als Cob in die Wanne geworfen wird. In dem Traum (als er die Wassermassen kommen sieht) steht er (und glotzt) und muss nicht das Gefühl des Fallens erfahren. Trotzdem wird er geweckt.
        So wird es ja auch Adriadne erklärt, als man ihr beibringt was ein Kick ist. Zu seiner Belustigung wirft Yusuf Arthur mehrere Male vom Stuhl, in seinen Traum greift er nicht ein.
        Daher bin ich der Meinung, auch als er im Van durchgeschüttelt und mehrmals gekippt wurde, also im freien Fall war, so wie an der Stelle als der Van von der Brücke fällt (der verpasste Kick), es eigentlich zum Aufwachen hätte führen müssen. Nur der Rest der Crew, der bereits in tieferen Ebenen war, konnte dem Aufwachen „entkommen“, weil der Kick eben für sie hätte koordiniert sein müssen.
        Davon abgesehen, Arthur fällt sogar im Hotel, als sich die Gravitation ändert. Diese Szene ist auch im Trailer/Teaser zu sehen. Während er mit den Security-Projektionen kämpft, fällt er auf einmal da plötzlich unten woanders ist. Wieso bleibt er dennoch im Traum?

        • indy sagt:

          Jetzt habe ich das von dir angesprochene Kickproblem besser verstanden und eine Weile daran geknabbert. Im Prinzip müsste Arthur geweckt werden in die Traumebene 1, sobald der Van durch das Brückengelänger kracht. Meine Vermutung ist, dass das evtl. mit dem Betäubungsmittel zu tun haben könnte, was den Kick vielleicht erschwert. Ich habe eben mal gegoogelt und in einem Artikel folgende Stelle gefunden:

          „Ealier in the movie Arthur tells Ariadne that if Yusuf kicks too early then they won’t wake up. While normally in order to wake up you must recieve a Kick in the level above, this isn’t true when using the special sedative. Instead with the sedative it takes two synchronized Kicks. In order to be Kicked when under the sedative you had to be kicked in both levels simultaneously. Arthur didn’t have the second Kick ready when the van drove off the bridge, so he wasn’t awakened by the van falling off the bridge.“ (http://bit.ly/czVcgE)

          Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob der Dialog so wirklich im Film vorkommt, aber wenn das stimmt, dann muss Arthur aufgrund des Betäubungsmittels nachhelfen, indem er zusätzlich zu dem normalen Kick von oben auch von unten einen Kick auslösen muss – in dem Fall die geplante Sprengung des Hotelzimmerbodens. Das verpasst er, also muss er bei der zweiten Möglichkeit, beim Aufprall, einen weiteren Kick auslösen.

          Wäre zumindest eine Theorie, die plausibel klingt, aber ich kann mich zumindest jetzt auf Anhieb nicht erinnern, ob das im Film so angedeutet wird.

          • tiditoad sagt:

            Ah, das kann sein. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, aber es gibt Sinn. Andernfalls wäre es ja auch unsinnig gewesen, Sprengsätze in dem Militärstützpunkt in der Schneelandschaft mitzunehmen/zu erträumen, da ja im Vorhinein keine weitere Ebene nach unten (die ja dann der Limbus war) geplant gewesen ist.
            Und dann macht auch Sinn, das Cobb zu Adriadne ruft: „Das ist der Kick, Sie müssen loslassen!“ oder so ähnlich.
            Deswegen glaube ich jetzt, dass so etwas tatsächlich gesagt wurde.
            Danke für die Recherche! =D

            P.S.: Hab mit Hilfe deines Zitats noch ’ne coole Seite gefunden, die solche „Special“-Fragen beantwortet:
            http://www.cinemablend.com/new/Inception-Explained-Unraveling-The-Dream-Within-The-Dream-19615.html

            Dann dürfte alles klar sein, also mir scheint jetzt alles klar zu sein! =D Danke!

          • tiditoad sagt:

            Entschuldigung, die Seite hast du ja auch angegeben ^^“ Mein Fehler

  4. Matze sagt:

    Ehering = nur im Traum an

    • indy sagt:

      Das ist zwar ne simple und weit verbreitete Theorie, aber tatsächlich beweist sie nichts, sondern ist reine Spekulation. Wenn Cobb träumt und seinen Traum, in welchem Mal tot ist, für real hält, spricht nichts dagegen, dass er in diesen Szenen träumt, keinen Ring zu haben – in den „Traumszenen“ jedoch einen trägt. Beides genauso spekulativ, daher klammere ich den Ring als „Beweis“ lieber aus.😉

      • Fribs sagt:

        Das glaub ich nicht, ich hab den Film jetzt nochmal geschaut und gezielt auf alles geachtet was ich hier gelesen habe, und das mit dem Ring ist echt plausibel.
        Bei Jedem anderen Film hätte ich das als kontinuitätsfehler abgetan, aber es geht ja in der Nebenhandlung nur um seine Frau und dass er sich nicht von ihr lösen kann.

        Aber wärend ich diese Zeilen schreibe, kommt mir die Idee, dass er in seiner Traumwelt gesagt hat, er müsste sich von ihr lösen (kurz bevor er angeschwemmt wird), also träumt er, dass er sich von ihr löst und trägt danach im Traum auch keinen Ehering mehr?

        Ahh ich hasse diesen Film xD

  5. Daniel P. sagt:

    Inception Theorie Cobb + Saito im Limbo / Alle schlafen noch im Flugzeug

    Um aus einem Traum, bei dem man durch Sedativum eingeschlafen ist, aufzuwachen, benötigt man einen Kick! Wenn man in dem Traum stirbt, ohne einen Kick zu durchlaufen, wird man im Limbo festgehalten.

    Man kann von jeder Traumebene aus ins Limbo gelangen, dass Limbo des einen kann eine Traumebene eines anderen sein!!!

    Yusuf Traumebene 1

    Kick Van –> gelangt in die Realität zurück

    Arthur Traumebene 2

    Kick Fahrstuhl –> gelangt in Traumebene 1 zurück
    Kick Van –> gelangt in die Realität zurück

    Eames Traumebene 3

    Kick Explosion –> gelangt in Traumebene 2 zurück
    Kick Fahrstuhl –> gelangt in Traumebene 1 zurück
    Kick Van –> gelangt in die Realität zurück

    Ariadne Traumebene 4

    Kick freier Fall –> gelangt in Traumebene 3 zurück
    Kick Explosion –> gelangt in Traumebene 2 zurück
    Kick Fahrstul –> gelangt in Traumebene 1 zurück
    Kick Van –> gelangt in die Realität zurück

    Fischer Traumebene 4 Limbo

    Stirbt in Traumebene 3 –> gelangt in Traumebene 4 (für ihn das Limbo)

    Kick freier Fall –> wird in Traumebene 3 wiederbelebt und bekommt dann die Inception durch seinen Vater

    Kick Explosion –> gelangt in Traumebene 2
    Kick Fahrstuhl –> gelangt in Traumebene 1
    Kick Van –> gelangt in die Realität zurück

    Saito Traumebene 4 Limbo

    Stirbt in Traumebene 3 gelangt in Traumebene 4 (für ihn das Limbo)

    Es gibt keinen Kick! Er erschießt sich in Traumebene 4 und kommt nicht aus dem Limbo raus!
    Er gelangt in einen weiteren Traum (weiterhin sein Limbo, die anderen Charaktere sind danach nur Projektionen,außer evtl Cobb….komm bei Cobbs Erklärung drauf)

    Cobb Traumebene 4
    Ist mit Ariadne in Traumebene 4 ohne dass es für die beiden das Limbo ist, sondern für Fischer und Saito ist es das Limbo!

    Es gibt keinen Kick! Er erschießt sich in Traumebene 4 und gelangt dadurch in einen weiteren Traum (in sein Limbo).

    Die Charaktere die er im Flugzeug sieht sind Projektionen, ähnlich wie bei Saito der eben ebanfalls im Limbo steckt und es nicht merkt.

    Entweder Saito und Cobb sind zusammen in dieser Traumebene 5 (das Limbo für beide), bei der beide im Flugzeug zu sich kommen oder Saito ist in seinem eigenen Traum und er projeziert Cobb und Cobb ist in Traumebene 5 (sein Limbo im Flugzeug beginnend) und projeziert Saito.

    Randcharaktere und Erklärungen

    Mal –> hat tatsächlich in der Realität Selbstmord begangen durch die Inception von Cobb!

    Erklärung:
    Beide sind im Limbo gewesen. Bei dem Selbstmord durch den Zug waren beide in einer Traumebene, jedoch waren Sie noch nicht im Limbo!In diesem Moment erfolgt die Inception an Mal durch Cobb.

    Erst nach dem Selbstmord durch den Zug gelangten beide ins Limbo. Man sieht im Film genau eine Szene dazu, als beide als älteres Paar Hand in Hand laufen. Durch den natürlichen Tod an Alter im Limbo gelangten Sie erst wieder in die Realität oder sogar 1 Traumebene höher (Ob es die Realität ist oder eine Traumebene höcher ist ungewiss,…ist aber letzendlich egal, denn dann haben Sie eben die Traumeben durchquert bzw. sind Sie bis zur Realität aufgestiegen) .

    In der Realität angekommen, begeht Mal den Selbstmord (eine Aktion als eigentlicher Kick gedacht…denn sie fällt ja!)…hätte Sie sich erschossen (kein Kick) wäre Sie, wenn es ein Traum ist, in den Limbo wieder gelangt….da es leider kein Traum war ist Sie gestorben.

    Totem

    Ein Totem weißt nur darauf hin, dass du nicht in deinem Traum bist, sondern in dem eines anderen. Schlussszene ist demnach irrelevant, ob es sich weiterdreht oder nicht….er ist in seinem eigenen Traum(in seinem Limbo) und das Totem kann reagieren wie es will! Im Fall dass das Totem sich weiterdreht, weiß er das er in diesem Moment im Limbo ist! Wenn nicht dann wird Cobb es merken sobald er eines natürlichen Todes oder eines Kicks stirbt. Dann geht er 1 Traumebene hoch bzw. direkt in die Realität ….wie gesagt ob man die Traumeben noch mal durchläuft oder nicht, Cobb merkt dass sein Leben ein Traum war.

    Im Grunde genommen schlafen noch alle im Flugzeug, Yusuf hat den kürzesten Traum mit einer Traumebene und im Gegensatz dazu durchlaufen Cobb und Saito ein komplettes Leben, bis Sie irgendwann aus dem Limbo kommen und im Flugzeug wieder aufwachen.

    Ein weiter Gedanke, der hier nicht implementiert worden ist…..Wie sieht das Totem von Cobb aus, es ist nicht der Kreisel! –> Noch ein Grund dafür dass der Schluss irrelevant ist, da es nicht sein Totem ist.

    Ist der Ehering sein Totem?… womöglich ist die Erinnerung seiner Kinder das Totem….an deren Gesichtsausdruck oder allein an deren Anwesenheit erkennt er ob er in dem Traum eines anderen ist. Naja selbst wenn eine dieser beiden Tatsachen stimmt….er ist zum Schluss in seinem Traum im Limbo, nicht im Traum eines anderen, dh. Sein Totem, sei es was es sei, kann ihm nicht weiterhelfen.

    Zu guter letzt! Eine Grafik der Traumebenen und des Limbos, die diese Theorie verdeutlichen!

    Erklärung zur Zeichnung:

    Fischer Linie:

    An der Stelle an der Fischers rote Linie gepunktet weitergeführt wird, befindet er sich in seinem Limbo, bis der Kick mit Ariadne kommt und er wieder aus dem Limbo kommt und in Traumebene 3 erwacht.

    Für Anregungen oder Widersprüche oder Unklarheiten einfach gerne ein Kommentar hinterlassen. ( Ich denke aber dass es auf komplexe Weise, die einzige Erklärung ist, die in sich schlüssig ist)

    • Fribs sagt:

      Aber wie genau soll man denn dann aus dem Limbo zurück in die Realität kommen? Einfach indem man stirbt?
      Wie kann man dann im Limbo gefangen sein, wenn man sich auch einfach umbringen kann und dann in die Realität (oder eine Ebene höher) zurückwechselt.

      Warum hat sich Saito dann nicht einfach umgebracht als er im Limbo gefangen war, und wäre dann in der Schneefestung, im Hotel oder im Van erwacht?

      • indy sagt:

        Im Film wird das so erklärt, dass der Selbstmord im Limbo zum Aufwachen führt. Die Tücke des Limbo ist allerdings, dass man vergisst, wo man ist. Man denkt also gar nicht daran, sich umzubringen, bzw. man hat es irgendwann vergessen. Die Orientierung ist weg sowie jegliches Zeitgefühl, es sei denn, man ist schon etwas erfahrener.

  6. MRSpock sagt:

    Hallo,
    will hier nur mal kurz Theorie Nr. 4 (Cobb träumt alles und Mal versucht ihn zu retten) entkräften.

    – Wenn Mal sich in der Realität befindet, Cobb aber weiterträumt, wäre es für sie überaus einfach ihn aufzuwecken. Z.B. indem sie ihn in Wasser taucht, ihm Musik vorspielt, ihn umschubbst, den Timer des Traumgerätes zum Ende laufen lässt,…
    Es wäre absolut unnötig für Sie ihn innerhalb seines Traumes davon zu überzeugen, dass er träumt.
    – Selbst wenn Sie diesen Weg wählt um ihn zurück zuholen, wiso kommt sie dann nach ihrem Selbstmord (Sprung vom Hotelsims) nicht einfach in seinen Traum zurück um ihm zu zeigen, dass er nur träumt?
    – Abgesehen davon kann sie nach den bekannten Gesetzen des Film gar nicht in tiefere Ebenen seines Traumes vordringen, als die vermeintliche Realität, da um mit ihm z.B. in die Anfangsszene (Cobb bricht bei Saito ein) zu gelangen, sie mit ihm in der vermeintlichen Realität gemeinsam über die Maschine verbunden hätte einschlafen müssen – hat sie aber nicht. Nach den bekannten Gesetzen des Films hat sie so keinen Zutritt zu seinen tieferen Traumebenen.
    – Selbst wenn alles Obige aus irgendeinem im Film nicht erwähnten Grund unmöglich sein sollte, kann sie seinen Traum durch äußere Einwirkungen immer noch so unrealistisch erscheinen lassen, dass er an ihm zweifeln muss, z.B. ihn in der Realität durchschütteln –> Erdbeben im Traum, mit Wasser bespritzen –> Flutwellen im Traum etc.

    Die ganze Misere, dass man Ewigkeiten in seinem Nimbus (oder heisst es Limbus???) zubringt kommt ja nur dann zustande, wenn eine oder mehrere der folgenden Voraussetzungen erfüllt sind: a: man stirbt in seinem Traum und der Körper ist in der Realität zu stark betäubt um aufzuwachen,
    man b: sich bereits in vielen Traumebenen befindet, so dass sich die erlebte Zeit für den Träumenden mit jeder weiteren Ebene potenziert, man c: keine Hilfe aus der Realität empfängt um aufzuwachen (wie z.B. ein Gegenmittel gegen die Betäubung, Kaltes Wasser, etc.) oder man d: einfach vergisst, bzw. nicht mehr weiß, dass man träumt und so immer weiter im Nimbus lebt.
    Selbst wenn man d als gegeben annimmt, so herrscht dennoch Unklarheit über die anderen Punkte und c kann man wohl als wahr betrachten (da Mal ja angeblich ausserhalb von Cobbs Traum auf ihn Einfluss nehmen können müsst).

    So ein scheinbarer Widerspruch noch:

    – Am Anfang des Film dreht Cobb seinen Kreisel im Hotel nach seinem ersten, misslungenen Auftrag. Der Kreisel fällt um. Entweder das beweist, dass er sich in der Realität befindet, oder dass Mal, die einzige Person, die diese Eigenschaft ausser ihm kennt für ihn einen Traum kreiert hat. Das widerspricht dann aber der Annahme, dass sie ihn aus seinem Traum retten will.

  7. MRSpock sagt:

    Noch einige Widersprüche:

    – Wenn außer dem Architekten und dem Subjekt auch alle anderen Beteiligten Dinge im Traum ändern und erschaffen können (wie z.B. an der Stelle, wo der Fälscher Eames in der 1. Traumebene im Beisein von Arthur einen Granatwerfer erschafft um den Ausgang aus der Lagerhalle freizuschießen mit den Worten: „Wir sollten nie davor zurückschrecken von Größerem zu träumen“), warum tun sies dann nicht öfter!? Das würde die ganze Schlamastik erheblich erleichtern und wahrscheinlich auch den Film abkürzen.

    – Als Cobb und Mal in ihrer gemeinsamen Limbuswelt waren und dort 50 Jahre gelebt haben, haben sie diese Welt derartig stark verändert, dass alle Projektionen darin sich schon recht früh gegen sie gewandt haben müssen, auch ihre eigenen Kinder – haben sie aber nicht.

    – Wenn man die Regel, dass je tiefer man in die Traumebenen hinabsteigt, die Zeit gemessen an der Realzeit (die Zeit, die in der Realitätsebene vergeht) exponentiell langsamer vergeht, dann gint es eine Inkonsequenz kurz vor Schluss des Films. Cobb und Saito werden durch den Aufprall des Vans in der ersten Traumebene in diese zurückgeholt. Saito erliegt seiner Schusswunde und Cobb ertrinkt kurz daraufhin. Nun „fallen“ sie beide wieder in den Limbus zurück. Saito ist offenbar bereits Jahrzehnte vor Cobb dort angekommen. Denn er ist ein alter Mann, Cobb jedoch ist nicht gealtert. Dieser Zeitunterschied lässt sich dadurch erklären, dass Saito einige Minuten vor Cobb den Limbus erreicht hat. Allerdings hat er ihn nun nicht mehr von der 3. Traumebene aus erreicht, sondern von der ersten aus. Die Zeitverzögerung dürfte sich also bei 2-3 Minuten in der ersten Traumebene nicht derartig stark im Limbus ausgewirkt haben.
    Angenommen, beide sind im Van nicht erwacht und die ganze Zeit im Limbus gewesen, stellt sich die Frage, was den Altersunterschied von Cobb und Saito bei ihrem Wiedersehen ausmacht.

    – Wiso landen eigentlich alle Protagonisten in Cobbs Limbus und nicht in ihrem eigenen? Dafür muss man annehmen, dass zumindest ein Limbus für alle Teilnehmer eines Traumes verbindlich ist und dieser irgendwie der ist, den Cobb erschaffen hat. Ein bisschen seltsam.

    so, es gibt zwar noch einiges zu enträtseln, aber ich geh jetzt schlafen..
    Gute Nacht!

  8. Notion25 sagt:

    Hallo,

    ich habe mir auch schon wirklich den Kopf zerbrochen und finde, dass für mich das ganze Kick-Prinzip irgendwie vorne und hinten nicht zusammenpasst, weil sich hier der Film in vielen Szenen einfach selbst widerspricht.

    Als der Kick das erste Mal im Film erklärt wird, wird er ganz klar als das ‚Gefühl des freien Falls‘ beschrieben, das einen aufwachen lässt. Die Figuren beziehen sich auch noch eindeutig auf das Innenohr mit dem Gleichgewichtssinn.

    Eine Explosion oder das relativ belanglose durchstoßen des Geländers mit dem Van passt da irgendwie nicht ins Bild.

    Nach der ersten Erklärung kommt nämlich weder das eine noch das andere als Kick in Frage, sondern der freie Fall des Vans an sich müsste doch der einzige mögliche Kick sein, um aus der Hotelebene aufzuwachen.

    Und warum wacht am Anfang Cobb erst in der Badewanne auf und nicht, als sein Architekt ihn mit dem Stuhl umkippt? Allein das Kippen des Stuhls sollte doch denselben Effekt haben, wie es später Yusuf an Arthur demonstriert.

    Ich denke, dass zugunsten der Effekthascherei das Thema Kick später im Drehbuch einfach gelockert wurde, leider ohne Erklärung. Für mich macht deshalb eine weitere Spekulation hier keinen Sinn, auch wenn ich wirklich gerne darüber nachgedacht habe🙂

    Nicht falsch verstehen, ich fand den Film echt gut und werde ihn mir bestimmt nochmal ansehen. Aber auf den zweiten Blick komme ich zu dem Schluss, dass wegen der visuellen Darstellung die innere Logik des Films wohl tatsächlich leiden musste. Eigentlich schade, hätte man mehr draus machen können, was das angeht.

  9. Riddle sagt:

    Wie uninteressant und langweilig wären Filme, wenn darin nur Dinge gezeigt würden, die absolut realistisch sind? Daher denke ich, dass Nolan auch in Cobbs „Realität“ absichtlich ein paar Ungereimtheiten eingebaut hat. Schliesslich ist es sein Film/Traum und er hat die Macht das zu tun. Ausserdem zweifel Cobb ja selbst an seiner „Realität“, warum sollten wir es dann nicht auch, nur um näher mit dem Hauptcharakter verbunden zu sein? Tatsache ist doch, selbst wenn der Kreisel am Schluss sichtbar umfallen würde, gäbe es immer noch genug Leute, die die Echtheit seines Totems in Frage stellen würden. Interessanterweise tut das Cobb aber nicht – er macht sogar sein Leben davon abhängig. Erst zum Schluss, als er seine Dämonen besiegt hat, war er befreit von der fixen Idee des Totems – konnte zum erstenmal spürbar erwachen und glücklich sein.
    Ehrlich gesagt halte ich die meisten Theorien für unglaubwürdig. Sie sind nur Ausdruck unseres Drangs zu interpretieren. Das alles ab dem Experiment bei Yusuf ein Traum sein soll, ist insofern nicht haltbar, weil der Plan ja schon davor stand – es ist danach also nichts wirklich ungewöhnliches passiert. D.h. er könnte nach dem Dreamsharing aufwachen und alles könnte danach dann genauso passieren.
    Das alles Mals Traum soll, wurde ja schon mehrmals entkräftet.
    Dom soll am Ende im Limbus gefangen sein? Diese Theorie entkräftet sich selbst, weil das Ende mit dem Limbus, wie er uns erklärt und gezeigt wird, nichts zu tun hat.
    Wenn, dann würde das Ende eher an einen Traum als an den Limbus erinnern. Aber das macht insofern keinen Sinn, weil der Auftrag ja erfolgreich war, Dom sowieso irgendwann aufgewacht wäre, und dann nach Hause zu seinen Kindern gekonnt hätte.
    Philosophisch betrachtet hat uns Nolan in seinen Traum mitgenommen, so wie das ja im Endeffekt jeder Regisseur macht. Nolan hat uns das nur verdeutlicht. Aber auch wenn es Nolans Traum war, ist Cobbs Realität doch Cobbs Realität, in der er aber erst am Ende gefühlsmäßig richtig ankommt. Meiner Meinung nach gibt es keine andere logische Schlussfolgerung. Und sind wir doch froh, dass Nolan uns für mündig erachtet den Film selbst zu verstehen – ohne uns am Ende mit “ so ist es gewesen – bla-bla-bla“ den Zauber zu nehmen. Mir ist nämlich aufgefallen, dass die meisten Regisseure uns Zuseher wohl für ziemlich dumm halten, weil sie am Ende meist alles bis ins kleinste Detail erklären. Das ist natürlich nur mein subjektives Empfinden. Wichtig ist, dass wir uns darin einig sind, dass es ein super Film ist – egal wie er interpretiert wird.

    • indy sagt:

      Ich stimme dir zu, dass für Cobb am Ende irrelevant ist, ob der Kreisel fällt oder nicht. Und wie ich in meinem Text ja auch geschrieben habe, wäre es auch für den Zuschauer irrelevant, da der Kreisel keine wirkliche Aussagekraft haben kann.

      Theorien können glaubwürdig oder unglaubwürdig sein, richtig oder falsch. Laut Nolan (siehe Interview, auch in diesem Blog) gibt es eine exakte Erklärung, über die er uns allerdings (noch) im Dunkeln lassen will. Daher ist es mehr als verständlich, dass die Leute nach Anhaltspunkten suchen, um auf die Wahrheit zu kommen. Dabei entstehen unterschiedliche, teils sehr interessante Theorien (teils zu weit hergeholte), und vielleicht ist ja eine davon die „offizielle Nolan Version“.

      Ich bin auch der Meinung, dass dem Zuschauer nicht alles aufgetischt werden muss, damit er sein Hirn komplett abschalten kann. Das erklärt dann aber auch, wieso Filme wie INCEPTION intensiv interpretiert werden und Filme wie BIG MAMA’S HOUSE eher selten.😉

  10. eliz sagt:

    Hm.. was ist eigentlich mit der Szene in Mombasa, wo Cobb den Drogencocktail mixt und man ihm erklärt, dass die Leute alle kommen um AUFZUWACHEN ?!

  11. Mario sagt:

    Meiner Meinung nach ist die Theorie, dass Dom sich über die Dauer des gesamten Filmes in einem Traum befindet die schlüssigste!

    Dafür sprechen viele Aspekte, die auch schon im Artikel aufgegriffen wurden:

    – Einige Szenen in der „Realität“ waren sehr unrealistisch und sprechen somit für einen Traum
    – Immer wieder bekommt Dom Hinweise von seinen Mitmenschen, er solle endlich ins reale Leben zurück (so auch die Anmerkung von Mal im Limbus, ob er es logisch findet von der ganzen Welt gejagt zu werden)
    – Da Dom nicht seinen eigenen Totem, sondern den seiner Frau benutzt, kann man sich zu keinem Zeitpunkt wirklich sicher sein, dass er einen Wachzustand garantiert. So könnte er beispielsweise in einer höheren Ebene noch umfallen und in einer tieferen Traumebene sich einfach weiterdrehen
    – Der wohl wichtigste Aspekt, warum der komplette Film ein Traum Doms ist, findet sich jedoch in einem Vergleich wieder:

    Bei der Ausführung des Auftrages sieht der Zuschauer, wie das Team in der jeweils tieferen Ebene sterben muss, damit sie in der darüber liegenden Ebene aufwachen können. So geht das vier Mal, bis das Team letztendlich im Flugzeug in der im Film ausgewiesenen Realität aufwachen. Vergleicht man diesen logischen Ablauf mit der Situation, als Dom mit seiner Frau im Limbus waren, so stößt man auf eine sehr eindeutige Unregelmäßigkeit:

    Im Laufe des Films hat der Zuschauer gelernt, dass der Limbus die tiefste Ebene der Traums darstellt. Somit gibt es auch immer Traumebenen, die noch über dem Limbus liegen. Als Dom und seine Frau sich dazu entscheiden, aus ihrer Limbus-Traumwelt zu entfliehen und sich auf den Schienen vom Zug überfahren lassen, wachen sie in Doms Verständnis direkt in der realen Welt auf. Das ist jedoch nicht möglich, da über dem Limbus noch mindestens eine weitere Traumebene liegen muss. Während Mal das erkannt hat und sich durch ihren Selbstmord wahrscheinlich wieder zurück in das wache Leben geholt hat, ist in Dom die Idee gereift, dass er sich bereits in der realen Welt befindet. Die einzige Inception, die Dom demnach wirklich durchgeführt hat, war eine Inception gegen sich selbst. Nachdem Mal also durch ihren Selbstmord wieder zurück im Leben ist, versucht sie wahrscheinlich immer wieder (indem Sie sich in seine Traumwelt einklinkt) ihn aufzuwecken bzw. ihm klar zu machen, dass er nur träumt und er akzeptieren muss, dass das alles nicht real ist.

    Nun würden sicher einige Argumentieren, dass Mal oft genug versucht, Dom zu überreden in der jeweiligen Traumwelt zu verbleiben. Hier könnte argumentiert werden, dass Doms Unterbewusstsein das so interpretiert, um ihm glaubhaft zu machen, dass sie nur eine Projektion ist. In Wirklichkeit sagt Mal nichts anderes aus, als dass er wieder zurück zu ihr kommen soll, zurück in die reale Welt, damit sie endlich zusammen sein können. Da sie sich jedoch die ganze Zeit in seiner Traumwelt befinden, interpretiert Doms Unterbewusstsein diese Bitte eben als Beweis, dass Mal nur ein Projektion ist, die ihn im Limbus behalten möchte.

    Scheinbar gelingt Mal es daher nicht, Dom von seiner Traumwelt zu überzeugen. Die gesamte Handlung des Film und der Auftrag von Seito um wieder zurück zu seinen Kindern zu kommen wird von Dom selbst geträumt, damit er seine eigene Realität aufrecht erhalten kann, durch eine Katharsis geht und sich am Ende voll und ganz auf seine Traumwelt, die ja nun ein Happy End für ihn parat hatte, einlassen kann.

  12. dan zeizz sagt:

    Meiner Meinung nach spielt der ganze Film im Kopf eines Menschen, der im Streit seine Frau umgebracht hat und mit den Folgen nicht leben kann. Am Ende des Filmes gelingt es ihm seinem Gewissen zu entkommen und sich der Wahrheit und der damit verbundenen Verantwortung zu stellen. Es gibt zu keiner Zeit Ebenen die mehr oder weniger real sind als andere, da in der eigenen Wahrnehmung alles real ist.
    Auch wenn Cobb aus dramaturgischer Sicht der Protagonist ist, ist er auch nur ein Teil der gesamten Persönlichkeit (das Ich). Es geht in Inception v.a. darum, wie das Ich, schlimme traumatische Erlebnisse verarbeitet. Die einzelnen Charactere stehen hierbei für wichtige Funktionen oder Regionen des Hirns.

    Cobb – das Ich

    Arthur- Das Unterbewusstsein

    Ariadne – Die Logik

    Eames – Die Fantasie

    Saito – Das Über Ich

    Mal – Die Erinnerung

    Yusuf – der Hippothalamus ( „Im just a chemist)

    Robert Fischer – die Wahrnehmung der Realität

    Die Kinder – die Wahrheit

    Cobbs Vater – Die Verantwortung

    Die Verfolger – Das Gewissen
    .

    Bei den verschiedenen Traumebenen, handelt es sich vielmehr um verschiedene Bewusstseinsebenen, in denen jeweils verschiedenen Teile des Gehirns die Kontrolle übernehmen.

    Ebene 1 (vermeintliche Realität) – Saito (Über-ich) hat die Kontrolle, von Cobbs (Ich) übernommen. Von da an ist Saito nur noch in beobachtender Rolle

    Ebene 2 (Traumebene1) – Yusuf (Hippothalamus) fährt den Van

    Ebene 3 (Traumebene2) – Arthur (Unterbewusstsein)

    Ebene 4 (Traumebene3) – Eames (Fantasie)

    Ebene 5 (Traumebene4) – Ariadne (Logik)

    Ebene 6 (Limbus) – Cobbs & Saito ( ich & Über ich)

    Erst als alle Ebenen verschmelzen sitzen das Ich und das Über-ich gemeinsam an einem Tisch und Cobbs kann sich der Wahrheit stellen.
    Es geht, meiner Meinungnach, in diesem Film gar nicht wirklich um Traum oder Realität sondern um die verschiedenen Ebenen des Bewusstseins und deren Wahrnehmung.

  13. soso sagt:

    Hallo!

    hab nicht alles gelesen sonder eher nur überflogen… aber:

    Der Gesamte Film spielt im Limbus in dem sich Cobb an alles ERINNERT wärend er Seito gegenüber am Tisch sitzt!
    Es ist (ausser der Szenen am Beginn und Ende mit Cobb und Seito) nie ein Traum. Hmm ok, oder auch doch ,da ja alles im Limbus spielt. Was ich nun in der 3. Form damit sagen will:

    Alles spielt sich in wenigen Augenblicken im Kopf von Cobb ab🙂 träumend im Flugzeug. Nur konnte er sich, verloren im Limbus erst als er dort Seito trifft wieder erinnern.Beide erkennen die Situation und können sich retten.(vermutlich erschießen sie sich, aber darüber grüble ich etwas, da das bei der Traumstärke nicht funktionieren sollte) Er aufwacht, steigt aus dem Flugzeug und kommt heim.

  14. george sagt:

    ich glaube man kommt hier nie auf einen grünen zweig und das ist auch nolans absicht… ich glaube, er hat absichtlich details eingebaut, die für letzte szene = realität, und details, die für letzte szene = traum, sprechen. so kann man für das eine sein und muss trotzdem an seiner these zweifeln, weil wieder argumente für das andere da sind. ich glaube, nolan wollte, dass wir uns den kopf zerbrechen, und zwar für immer und ewig, denn die versteckten hinweise widersprechen einander (z.B. kinder am ende in derselben pose, aber andere kleidung. zwei hinweise und beide widersprüchlich)
    das kreisel, das sich vllt weiterdreht, vllt auch nicht, macht uns auf diese hinweise aufmerksam. ohne diesen trick würden wir all diese versteckten kleinigkeiten einfach übersehen

  15. findus01 sagt:

    Ich finde deinen Aufsatz wirklich gelungen. Ich habe ihn zwar nicht komplett gelesen, fand ihn aber dennoch sehr interessant.
    Allerdings habe ich eine Anmerkung zu dem Thema mit dem Kreisel. Fällt er um oder nicht?
    Ich denke es ist nicht weiter wichtig, ob der Kreisel jetzt umfällt oder nicht, sondern das Copp ihn nicht weiter beachtet. Ihm ist es egal geworden, ob er nun träumt oder nicht, da er die Schuldgefühle, die ihn geplagt haben/das schlechte Gewissen überwunden und sich ihnen gestellt hat.

  16. Jj sagt:

    Wenn Leo in der letzten Szene ein Ring an hat dann ist es nicht Real und wenn er kein Ring hat ist es Real! Denn Leo hat nur in der Traumebene einen Ring an!

    • indy sagt:

      Hach, wenn es nur so simpel wäre… Der Punkt wurde bereits angesprochen und ich habe ihn auch schon kommentiert, hier mal das Zitat:

      „Das ist zwar ne simple und weit verbreitete Theorie, aber tatsächlich beweist sie nichts, sondern ist reine Spekulation. Wenn Cobb träumt und seinen Traum, in welchem Mal tot ist, für real hält, spricht nichts dagegen, dass er in diesen Szenen träumt, keinen Ring zu haben – in den “Traumszenen” jedoch einen trägt. Beides genauso spekulativ, daher klammere ich den Ring als “Beweis” lieber aus.“

  17. Rici sagt:

    Was ich während des ganzen Films nicht verstanden habe ist:
    Warum muss Cobb denn so dringend diesen Auftrag von Sito erfüllen nur um seine Kinder wieder zu sehen.
    Er hätte doch einfach ins Flugzeug steigen können und zu ihnen fliegen.
    Cobb erwähnt sehr oft, dass dieser Auftrag die einzige Möglichkeit ist, seine Kinder wieder zu sehen.
    WARUM???

    • indy sagt:

      Ist jetzt ne Weile her, aber es wurde vermittelt, dass Cobb im Exil lebt und mit einer Verhaftung rechnen musste, sobald er amerikanischen Boden berührt. Das hatte mit einem früheren Job zu tun. Saito ist einer der wenigen, die mit ihrem Einfluss genau das verhindern konnten. Daher der Deal: Cobb hilft Saito und umgekehrt.

      • Rici sagt:

        Und mit welcher Macht kann Sito das verhindern, dass Cobb verhaftet wird?
        Geld? Wirtschaftlicher Einfluss? Image?

      • Veli sagt:

        Bevor sich Mal das Leben nahm hinterliess sie mehrere psychologische Gutachten, die beweisen das sie anscheinend nicht wahnsinnig und somit unter anderem nicht selbstmordgefährdet ist und sie ergo nicht selbst aus dem Zimmer im gegenüberliegendem Gebäude in den Tod gesprungen sei sondern Cobb sie aus dem verwüstetem Hotelzimmer geschmissen hat das auf einen Streit hindeutet. Aus diesem Grund wurde er in den USA zur Fahndung ausgeschrieben. Aus scheinbarer Hoffnungslosigkeit dieses Falles flieht Cobb ausser Landes und hat logischerweise auch keinen Zugang zu seinen Kindern.

        Hier ist ein Wiederspruch:
        Wie kam Mall in das gegenüber liegende Hotelzimmer, ohne spuren zu hinterlassen die die Ermittler daurauf bringen könnte das sie eben nicht aus „Cobb’s“ verwüsteten Zimmer geflogen kam, sondern aus dem in welchem Mal alleine war? Wer buchte wann „Mal’s“ Zimmer? Zeugen aus den jeweiligen Gebäuden? Fingerprints? etc…

        Eine Theorie für diesen Wiederspruch:
        Cobb hat Mal tatsächlich aus einem Streit im Hotelzimmer heraus umgebracht, um seine Kinder vor ihr zu schützen, da Mal ihre Kinder nicht als real ansah und sie diese als Beweis töten könnte/wollte. Das erzählt er aber niemandem, weil sonst niemand mehr mit ihm zu tun haben wollen würde.
        Unterbewusst verkraftet er diesen Mord nie, desswegen verfolgt und sabotiert Mal ihn in seinen Träumen mit dem Ziel das er sich selbst umbringt um wieder mit Ihr „zusammen zu sein“ sprich; sich von der Schuld und dem schlechten Gewissen zu befreien.

  18. Laureen sagt:

    Wie wäre es einfachmal alle 3 Theorien zusammen zufassen und die Szenen des Films in eine etwas andere Reihenfolge zu bringen.
    Cobb und seine Frau habne tatsächlich 3 Eben erschaffen, sind gestorben und im Limbus gelandet. Cobb hat sich und seine Frau nach 50 Jahren befreit, allerdings glaubt sie das die real Welt die falsch ist und bringt sich um. Daraufhin will Cobb fliehen, allerdings steigt er in Paris in das Flugzeug, da im Film nicht erwähnt wird wo sich das Hotel befindet in dem er und seine Frau am Hochzeitstag immer sind. (Bei dem vermeintlich realen Telefonat mit seinen Kindern, hört man das die Großmutter einen französischen Akzent hat.) Im Flieger trifft er zum erstenmal auf die Personen, die in allen scheinbar Realen- und Traumwelten vorkommen. Er hebt den Pass von Fisher auf und gibt ihn dann diesen, danach bestellt er sich ja ein Glass Wasser und hat einen kleinen Behälter mit einer Substanz in der Hand, ein Betäubungs/Beruhigunsmittel. Vielleicht hat er es gar nicht in Fishers Glass getan sondern in sein eigenes, denn er zögert bevor er trinkt. Daraufhin schläft er ein und alle anderen Szenen sind nur geträumt mit den Personen aus dem Flugzeug, seinen Erinnerungen und seinem Unterbewusste sein, das sich die Schuld an dem Tod seiner Frau gibt und er damit denkt, das man ihm das anhängen wird. Zuhause angekommen dreht er den Kreisel, er hatte ihn schon immer bei sich, weil er und seine Frau (wie oben schon angedeutet) einen Weg gefunden haben, „künstliche“ Träume zu erschaffen und ihn der Kreisel immer an die Realität erinnern sollte. Man kann erkennen das der Kreisel zu schwangen beginnt, was er nicht tun würde wenn er sich immer weiter drehen würde. Das Saito im Flugzeug jemanden anruft, kann ja ein Zufall sein. Das würde auch erklären, dass er die ander zum Filmende gar nicht mehr so wirklich wahr nimmte, ich meine wenn man so eine Mission erfolgreich bestanden hatte und das mit solchen Risiken, dann geht man doch nicht einfach so auseinander, als wäre nie was passiert…

    Mag zuerst etwas kompliziert wirken, scheint mir aber ganz Sinnvoll.
    Würde mich auf Antowrten freuen, villeicht findet ihr ja Fehler in meiner Denkweiße, dann kann man es ja richtig stellen.

  19. razzman sagt:

    ich vermute, dass cobb sich und saito im dritten level einen kick verpasst hat, und sie das in jedem weiteren level wiederholt haben, bis sie wieder mit den anderen im ersten level sind. so gesehen haben sie es nur im zweiten level wiederholt. dann, als die zehn stunden flugzeit vorbei waren sind alle aufgewacht. die zwischenzeit, also die zeit in der cobb saito gerettet hat, wurde nur deswegen nicht in dem film gezeigt, weil wir den film aus sicht cobbs sehen. und cobb ist aufgewacht, wobei er gemerkt hat, dass er seinen job erfüllt hat. somit ist ihm ganz egal wie und warum und kann sich nicht an das ende seines traumes erinnern, weil er es nichtmal versucht. ist es nicht oft so, dass wir uns an die mitte des traumes erinnern können, aber an das ende nicht, wenn wir aufwachen? nolan hat bereits erklärt, dass cobb egal ist ob der kreisel am ende umfällt. vielleicht ist ihm ja auch egal, wie das ende seines traumes war? somit hat er es schlichtweg vergessen, was nicht unbekannt ist. sogar in der szene, in der cobb fischer dazu bringt sich an etwas zu erinnern, was „wie ein traum war, wenn man aufwacht“ wird berichtet, dass es nur profis, die das jahrelang trainiert haben, gelingt sich an so etwas zu erinnern. cobb ist ein profi, es ist ihm aber egal. er hat es geschafft, ende. ein weiterer punkt, der meine überlegung unterstützt, ist, dass cobb während er durch den flughafen am ende läuft sehr verwirrt und froh aussieht, wie die zeitlupensequenzen verdeutlichen.
    ich hoffe ihr könnt hiermit etwas anfangen, wenn nicht dann hatte ich wohl irgendwo einen denkfehler😉
    nicht jeder kann ein nolan sein🙂

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