GAKE NO UE NO PONYO (PONYO ON THE CLIFF BY THE SEA)

Veröffentlicht: 2. Dezember 2010 in anime, reviews
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Ponyo on the Cliff .

Image via Wikipedia

Das winzige Goldfischmädchen kommt aus dem Meer und wird von dem Jungen Sosuke gefunden, der sie fortan in seinem Eimer bei sich trägt und beschützt. Er nennt seine neue Freundin Ponyo. Nachdem Ponyo eine Wunde an Sosukes Finger gesund leckt, geht plötzlich eine Verwandlung mit ihr los, und sie bekommt mehr und mehr Züge eines Menschen. Gleichzeitig erzürnt der Ozean, in Form ihres unter dem Meer lebenden Vaters, da durch Ponyos Aktionen die Balance der Natur durcheinander gebracht zu werden droht. Es beginnt ein fantasievolles Abenteuer in der kleinen Fischerstadt auf der Klippe, denn der Meister Miyazaki spannt uns wieder ein in seine wunderbare Welt…

PONYO ON THE CLIFF BY THE SEA, so der internationale Titel, ist der bisher aktuellste Film von Hayao Miyazaki (PRINCESS MONONOKE, NAUSICAÄ OF THE VALLEY OF THE WIND), und präsentiert sich als detailversessener und liebevoller Film über Freundschaft und das große Abenteuer, über die Zerstörung der Natur durch die Menschen und deren Reaktion. Es gibt traumartige Szenen, so etwa die Suche nach Sosukes Mutter in einem Spielzeugboot in einer überfluteten Landschaft, und alleine schon die surreale Eröffnungssequenz des Films ist ein Erlebnis. Hier werden sämtliche Barrieren der Kreativität durchbrochen, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Die Unterwasserwelt wirkt niemals realistisch, aber das soll sie auch nie. Stattdessen sind alle Elemente Werkzeuge der Geschichtserzählung Miyazakis, z. B. aggressive Wellen mit eigenen Gesichtern. Dabei ist die Erzählung rund um den Jungen Sosuke keine alltägliche Märchengeschichte mit stereotypischen Charakteren. Im Gegenteil: Sosukes familiärer Alltag scheint eher der Realität zu entspringen: er lebt alleine mit seiner deswegen frustrierten Mutter. Sein Vater ist Matrose und daher fast immer auf hoher See – er kommuniziert mit seinem Sohn durch Morsesignale, wenn er mal in Küstennähe ist. Seine Mutter ist Altenpflegerin und hat einen Fahrstil, der jedem die Haare zu Berge stehen lässt. Sie ist kein Vorbild in jeder Hinsicht, aber dennoch zeigt sich ihre Wärme in anderen Szenen, etwa wenn sie Sosuke und seiner neuen Freundin Essen zubereitet und sich rührend um das mysteriöse Mädchen kümmert.

PONYO ON THE CLIFF BY THE SEA ist handlungstechnisch kein Geistesblitz und nicht sonderlich neu. Eher die Art des Erzählens, der Fokus auf kleine Details und die auf höherer Ebene erschaffene zauberhafte Atmosphäre machen den Charme dieses Zeichentrickfilms aus, der nicht der beste Miyazakis ist, aber auf jeden Fall eine Empfehlung für alle, die Lust auf einen schönen Filmabend haben. In der internationalen Synchronfassung leihen Stars wie Cate Blanchett, Matt Damon und Liam Neeson ihre Stimmen. Disney scheut keine Kosten und Mühen, die Filme des Ghibli Studios angemessen zu synchronisieren. Da ich aber nur die Originalfassung schaue und dies prinzipiell auch jedem empfehle, kann ich nichts über die Qualität der englischen Übersetzung sagen.

Was mir an PONYO ON THE CLIFF BY THE SEA gefällt

Wie bereits erwähnt, gefallen mir bei Miyazaki, abgesehen von der offensichtlichen grenzenlosen Kreativität, mit der seine Filme vollgespickt sind, vor allem die kleinen Details wie z. B. Szenen, in denen Charaktere Essen zu sich nehmen, welche in vielen seiner Filme immer sehr ausführlich und sympathisch dargestellt werden. So auch die kleinen Figürchen, die Sosuke den alten Damen im Altenheim schenkt. Generell fällt mir auf, dass in Animes bzw. in asiatischen Filmen gerne der Fokus auf solche kleinen Dinge oder „Nebentätigkeiten“ gelegt wird.

Was mir an PONYO ON THE CLIFF BY THE SEA nicht gefällt

Insgesamt ist die Handlung eher simpel aber wie oben beschrieben ist es aufgrund der Atmosphäre und der liebevollen Details dennoch ein guter und schöner Film. An manchen Stellen wird er für manche Geschmäcker fast schon zu surreal, aber nie wird der Film dadurch generell gefährdet.

Fazit

PONYO ON THE CLIFF BY THE SEA ist Hayao Miyazakis freie und eigene Version des Märchenstoffs „Die kleine Meerjungfrau“ aus der Feder Hans Christian Andersens. Ein wunderschöner Film für alle Alterstufen, animationstechnisch auf höchstem Niveau, wie gewohnt aus dem Hause Ghibli.

GAKE NO UE NO PONYO (PONYO ON THE CLIFF BY THE SEA)
JAP 2008
Regie: Hayao Miyazaki
Drehbuch: Hayao Miyazaki
Schnitt: Hayao Miyazaki, Takeshi Seyama
101 min.

8/10

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Kommentare
  1. Flo Lieb sagt:

    Das sehen wir, was Wertung und Kritikpunkte anbelangt, dieses Mal exakt gleich.

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