Cameron Vale (Stephan Lack) hat eine mächtige Fähigkeit. Er kann die Stimmen von anderen Menschen hören, sich mit ihrem Nervensystem telepathisch verbinden und sie dadurch kontrollieren. Allerdings leidet er unter seinem Fluch und kann kein geregeltes Leben führen. Er wird von einer mysteriösen Firma in Person des Wissenschaftlers Dr. Ruth (Patrick McGoohan) ausfindig gemacht. Dr. Ruth klärt ihn darüber auf, dass er ein sogenannter Scanner sei, einer von wenigen Menschen, die sein Talent teilen. Er erzählt ihm auch von einem gefährlichen Scanner namens Darryl Revok (Michael Ironside), der scheinbar eine Organisation gegründet hat, welche die Gesellschaft ernsthaft gefährden könne. Vale soll nun ermitteln und mit seinen Fähigkeiten an Revok herankommen, um ihn von seinen Plänen abzuhalten. Auf seiner Suche trifft er auf weitere Scanner, wird von bewaffneten Männern (und Frauen) gejagt und deckt zunehmend Ungereimtheiten auf, die die wahre Natur seiner Mission offenbaren.

So oder so ähnlich könnte man den Plot von David Cronenbergs SCANNERS aus dem Jahre 1981 beschreiben. Der Thriller fesselt an vereinzelten Stellen mit interessanten Momenten und Ideen – das ganze Scanner-Konzept eröffnet ein großes Potential, welches auch während des Films noch erweitert wird, als etwa festgestellt wird, dass ein Scanner sich nicht nur mit Menschen, sondern auch mit Computern verbinden kann – das Cyberpunk Genre war bereits in den Startlöchern. Auch der Scan durch ein ungeborenes Kind ist eine abgefahrene Idee. Leider ist der Plot selbst trotz faszinierender Idee recht herkömmlich und vorhersehbar. Es gibt zwar einige Twists im Handlungsverlauf, aber so wirklich umhauen tun sie nicht. So wird letztlich nur eine Art James Bond Geschichte erzählt: der verdeckte Ermittler versucht den ominösen Konzern zu infiltrieren. Hinzu kommt hölzernes Schauspiel beinahe aller Darsteller. Stephen Lack hat mit seinen großen starrenden Augen zwar die perfekte Visage für den Scanner Cameron Vale, ansonsten ist er jedoch limitiert wie die meisten in SCANNERS. Leider ist auch das Finale eher unspektakulär und wenig überraschend – es fällt der Satz „We have won.“, aber irgendwie weiß man am Ende gar nicht so recht, wer jetzt was gewonnen haben soll.

Trotzdem ist SCANNERS ein interessanter Low-Budget Film des kanadischen Regisseurs, der im Laufe seiner langen Karriere noch mit einigen hochinteressanten (THE FLY, EXISTENZ) bis genialen Filmen (EASTERN PROMISES) aufwarten und Kultstatus erreichen sollte. Für die Musik war übrigens Howard Shore verantwortlich, heute vor allem durch die Herr der Ringe Trilogie weltberühmt.

Fazit

Solider B-Movie SF-Thriller mit einigen interessanten philosophischen Ausflügen, aber auch mit  Schwächen. Dennoch kultige Unterhaltung – ein Konzept an der Schwelle des Cyberpunks – und Köpfe dürfen auch explodieren!

SCANNERS
CAN 1981
Regie: David Cronenberg
Drehbuch: David Cronenberg
Kamera: Mark Irwin
Schnitt: Ronald Sanders
103 min.

6/10


Kommentare
  1. Da gehst du echt hart mit dem Film ins Gericht. So hanebüchen hatte ich ihn gar nicht in Erinnerung. Aber eine Cronenberg Werkschau lohnt sich ja sowieso immer wieder.😀

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