SHINJUKU KUROSHAKAI: CHAINA MAFIA SENSÔ (SHINJUKU TRIAD SOCIETY)

Veröffentlicht: 14. Februar 2011 in flashback reviews
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Tatsuhito Kiriya (Kippei Shiina) ist Polizist mit chinesischen Wurzeln. Er arbeitet im Tokyoter Shinjuku Viertel, wo er gegen das organisierte Verbrechen ermittelt und es täglich mit den Machenschaften der Yakuza/Triaden zu tun hat. Abgehärtet und abgestumpft durch die alltägliche Gewalt und seiner eigenen Identität, die stets mit (unterschwelligem) Rassismus konfrontiert wird, erschwert sich sein Leben, als er versucht, seinen jüngeren Bruder aus den Klauen des Verbrechermilieus, in Form von Wang (Tomorowo Taguchi), zu befreien.

Im Gegensatz zu DEAD OR ALIVE funktioniert Takashi Miikes Auftakt zur inoffiziellen „Black Society Trilogy“ über seine volle Länge. Bekannt dafür, den Zuschauer mit schockierender Gewalt, Homosexualität, nackter Haut und bizarren Szenen zu provozieren, liefert SHINJUKU TRIAD SOCIETY genau das mit einem vortrefflichen Gespür für Pace und Timing. Miikes Film ist brutal, provokant und originell – fährt jedoch gleichzeitig an den richtigen Stellen runter, lässt seine Schauspieler glänzen und wirft Fragen in den Raum, die nicht nur die Protagonisten beschäftigen. Interessant ist die Idee, dass sowohl Kiriya als auch sein Antagonist, der Taiwanese Wang, mit ihrer Doppelidentität zu kämpfen haben – und jeder dies auf seine besondere Weise tut.

SHINJUKU TRIAD SOCIETY spielt überwiegend im Shinjuku Viertel, es gibt aber auch ein paar Szenen in Taiwan, wo Kiriya in Sachen Wang ermittelt und einem hässlichen Geheimnis auf die Spur kommt.
Insgesamt hat der Film, der von Fans oft als der „erste echte Miike“ angesehen wird, auf mehreren Ebenen Erfolg: er zeigt eine zwar herkömmliche, aber interessant erzählte Geschichte im Crime-Milieu des organisierten Verbrechens und liefert dabei herausragende und überraschende Szenen, die meist trotz ihrer Brutalität für ein schiefes Schmunzeln bis zu lautem Lachen sorgen – so absurd und bizarr inszeniert Miike seine Geschichte, wie etwa in Form von alternativen Foltermethoden auf der Polizeiwache. Gleichzeitig überzeugt SHINJUKU TRIAD SOCIETY auch mit der Darstellung des inneren Kampfes seiner Protagonisten, spricht das Problem des „unreinen Blutes“, gerade in Yakuza-Filmen immer wieder aufgegriffen, von Minderheiten in der japanischen Gesellschaft an bis hin zu den düsteren, leider nicht nur fiktiven Verdienstquellen organisierter Kriminalität.

Fazit

Takashi Miike ist sicher nicht jedermanns Sache, doch SHINJUKU TRIAD SOCIETY kann ich ebenso wie AUDITION nur weiterempfehlen. Wer auf Yakuzafilme steht, der kommt nicht daran vorbei, mal in der Videothek vorbei zu schauen. Knallharter Thriller mit gut gestreuten Schockern und Absurditäten sowie überzeugenden Schauspielern.

SHINJUKU KUROSHAKAI: CHAINA MAFIA SENSÔ (SHINJUKU TRIAD SOCIETY)
JAP 1995
Regie: Takashi Miike
Drehbuch: Ichirô Fujita
Kamera: Naosuke Imaizumi
Schnitt: Yasushi Shimamura
100 min.

7/10

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