BURIED

Veröffentlicht: 17. Juni 2011 in reviews
Schlagwörter:, , , , , , , ,

Filme, die nur an einer Location spielen, üben einen gewissen Reiz aus. Zunächst einmal ist die Herausforderung groß, mit solch limitierten Ausgangsbedingungen eine Geschichte in Spielfilmlänge zu füllen, die auch funktioniert. Die zweite Herausforderung ist, diese Geschichte filmisch spannend und abwechslungsreich inszenieren zu können, denn all die Möglichkeiten, die man bei einem herkömmlichen Film hat und die in verschiedensten Situationen bei Problemen helfen können (Landschaftsaufnahmen, neue Setups, Inserts,…und, ja, Locationwechsel!), fallen weg.

In BURIED wird das Kammerspiel auf die Spitze getrieben. Der ganze gut 90-minütige Film spielt in einem Sarg. Es gibt keine Wechsel auf Außenszenen, Rückblicke o. ä. Die volle Spielfilmlänge über beobachten wir Paul (Ryan Reynolds), der plötzlich in einem zugenagelten und vergrabenen Holzsarg aufgewacht ist. Bei sich hat er lediglich ein Feuerzeug, einen Flachmann, und wie sich kurz darauf herausstellt, wurden ihm noch ein Handy und ein wenig künstliches Licht mit in den Sarg gelegt. Paul ist LkW-Fahrer im Irak. Sein Konvoi ist in einen Hinterhalt geraten und beschossen worden. Nun ist er eine Geisel, muss innerhalb kurzer Zeit dafür sorgen, dass fünf Millionen Dollar Lösegeld für ihn gezahlt werden, ansonsten bleibt er vergraben.

BURIED meistert die schwierige Aufgabe des Films und schafft es tatsächlich, den Zuschauer über die gesamte Zeit aufmerksam und gespannt zu halten. Regisseur Rodrigo Cortés und Kameramann Eduard Grau inszenieren die beengte Atmosphäre gekonnt und einfallsreich. Ja, es ist möglich, in einem etwas über mannsgroßen Sarg zahlreiche Kameraeinstellungen zu zeigen, sogar Fahrten. Dabei bleiben sie immer streng an den physikalischen Grenzen, berücksichtigen die Dimensionen des Sargs. Nur einmal gibt es eine weitere Einstellung, die den Sarg von oben zeigt, umgeben von unendlicher Schwärze, die Wände höher, als sie wirklich sein können. Diese Einstellung ist jedoch keine realistische, sondern symbolisiert in dem Moment die Gefühlswelt und den Albtraum des Protagonisten. Paul ist ganz auf sich allein gestellt, und sämtlicher Kontakt via Handy zur Außenwelt wird nur aus seiner Perspektive gezeigt. Wir haben nur die Stimmen der Gesprächspartner zur Verfügung, die Warteschleifen. Der Handyakku geht zuneige, ebenso wie die Batterien der Taschenlampe. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch das Feuerzeug leer sein wird und nicht mehr genug Sauerstoff im Sarg zur Verfügung steht.

Fazit

BURIED überzeugt als Extremkammerspiel mit einem Darsteller, der ebenfalls die schwierige Aufgabe glaubhaft bewältigt. Trotz aller Raffinesse ist das einzige Manko solcher Filme (BURIED, PHONE BOOTH, OPEN WATER oder auch im weiteren Sinne BLAIR WITCH PROJECT etc.) zumindest bei mir, dass man sie ein Mal gesehen hat und der Reiz für weitere Sichtungen nicht mehr gegeben ist.

BURIED
E, USA, F 2010
Regie: Rodrigo Cortés
Drehbuch: Chris Sparling
Kamera: Eduard Grau
Schnitt: Rodrigo Cortés
95 min.

8/10

Kommentare
  1. Flo Lieb sagt:

    Den fand ich auch wenn schon nicht enttäuschend (allenfalls hinsichtlich seines Hypes) dann doch gerade so Durchschnitt. Das war so ein Film, der sicher nett umgesetzt ist, wo mich aber die „Handlung“ vor den Kopf stößt, weil sie für mich keinen Sinn ergibt. Aber vielleicht Reynolds‘ beste Leistung (auch nicht allzu schwer bei ihm).

  2. Johne600 sagt:

    Wow! This blog looks exactly like my old one! It’s on a completely different topic but it has pretty much the same page layout and design. Excellent choice of colors! bgdaafekegga

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s