KUAI CAN CHE (WHEELS ON MEALS)

Veröffentlicht: 3. September 2011 in flashback reviews
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Thomas (Jackie Chan) und David (Yuen Biao) betreiben als Exilchinesen einen fahrbaren Imbiss in Barcelona. Sie treffen die mysteriöse Sylvia (Lola Forner), die von Männern gejagt wird, welche sie um ihre Erbschaft bringen wollen. Als Sylvia schließlich gefangen gehalten wird, entscheiden sich Thomas und David mit der Hilfe von Detektiv Moby (Sammo Hung), sie zu befreien.

WHEELS ON MEALS ist sowohl was die Geschichte als auch die Dialoge und zahlreiche Szenen angeht einfach nur bescheuert. Das Comedy Trio Jackie Chan (POLICE STORY, THE YOUNG MASTER), Sammo Hung und Yuen Biao kann zwar wie gewohnt in den Actionszenen begeistern, die übrigen Lückenfüller jedoch strapazieren meist die Geduld des Zuschauers. Die Dialoge und Slapstick Einlagen wollen harmloser Spaß sein, sind aber mittlerweile schlecht gealterter vorpubertärer Humor. So muss man sich also meist durchbeißen und auf die Highlights warten – und diese enttäuschen zum Glück nicht. Auch wenn WHEELS ON MEALS vergleichsweise actionarm ist, so macht vor allem das Finale im Schloss, in erster Linie Jackie Chans legendärer Kampf gegen Kickboxer Benny „The Jet“ Urquidez, die Warterei wieder wett. Hier schenken sich die beiden nichts, teilen ordentlich aus und stecken ein, wechseln das Tempo, machen Pausen und mustern sich mit Blicken, um dann wieder akrobatisch zu explodieren. Dieser Kampf allein ist es schon wert, WHEELS ON MEALS, der unter der Regie von Samo Hung (IP MAN 2) entstand, zu sehen. Er zählt auch mit zu meinen Lieblingskampfszenen in Martial Arts Filmen (das schreit ja schon wieder nach einer Liste!). Urquidez und Jackie Chan haben später auch in DRAGONS FOREVER ein Aufeinandertreffen. Das Trio hat es außerdem auch mit Karateka Keith Vitali zu tun.

Den Rest kann man also getrost vergessen, auch wenn ein paar spektakuläre Stunts in den Straßen Barcelonas noch Aufsehen erregen. Eine Tatsache nervt außerdem ebenfalls ungemein. Da der Film in Barcelona gedreht wurde und dadurch auch viele Europäer im Film vertreten sind, wurden in der chinesischen Originalfassung alle Darsteller synchronisiert, d. h. auch der spanische Polizist oder Tourist auf dem Markt spricht merkwürdigerweise chinesisch. Somit ist WHEELS ON MEALS einer der wenigen Fälle, in welchem die Sichtung der deutschen Synchronfassung mehr Sinn macht. In Deutschland ist der Film übrigens als „Powerman I“ bekannt – nur ein Mosaiksteinchen im deutschen Filmtitelchaos bezüglich asiatischer Filme. Für diese erneute Sichtung wurde die ungeschnittene DVD-Fassung von Splendid ausgewählt.

Fazit

So bekloppt der Film auch sein mag, ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie ich ihn zum ersten Mal gesehen habe, und damals besonders wegen der Finalszene einfach begeistert war. Was musste mein VHS Rekorder vor- und zurückspulen, um mir jedes Detail des Endkampfes zu offenbaren! Ja, WHEELS ON MEALS ist eine bescheuerte Komödie mit schlecht gealterten Dialogen und Slapstick, die allerdings im Finale, besonders im Duell Chan – Urquidez, (fast) alles wett macht! Jackie Chan in Topform!

KUAI CAN CHE [快餐車] (WHEELS ON MEALS)
HK 1984
Regie: Sammo Hung
Drehbuch: Johnny Lee, Edward Tang
Kamera: Cheung Yiu-Tsou, Francisco Riba, Arthur Wong
Schnitt: Chang Yao Chung
104 min.

7/10

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