GING CHAT GOO SI (POLICE STORY)

Veröffentlicht: 9. September 2011 in flashback reviews
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Polizist Kevin (Jackie Chan) hilft beinahe im Alleingang dabei, Drogenboss Chu (Yuen Chor) und seine Bande zu verhaften. Die Zeugenaussage von May (Maggie Cheung) soll dabei helfen, Chu für lange Zeit hinter Gitter zu bringen, deshalb soll Kevin bis zum Gerichtstermin rund um die Uhr auf sie aufpassen. Das gestaltet sich schwieriger als erwartet, und als Chu wieder auf freien Fuß kommt, entscheidet sich Kevin, desillusioniert vom Justizsystem Hongkongs, welches ihm auch noch in den Rücken fällt, die Sache selbst in die Hand zu nehmen.

POLICE STORY gilt als der erste Film, der das Kung Fu Genre in die Gegenwart geholt hat und war in Asien ein großer Hit, der mehrere Fortsetzungen nach sich zog. Regisseur und Hauptdarsteller Jackie Chan (THE YOUNG MASTER, WHEELS ON MEALS) glänzt wie bekannt in teilweise unfassbar waghalsigen Stuntszenen, und auch wenn POLICE STORY ein paar Klamaukszenen hat, so ist der Grundtenor des Films wesentlich düsterer als die geläufigen Jackie-Komödien und erinnert thematisch ein wenig an DIRTY HARRY. Gleich in der Eröffnungsszene, bei der Verhaftungsaktion Chus, wird ein ganzes Hüttendorf auf einem Berghang zu Kleinholz gemacht, da die sich verfolgenden Autos einfach auf geradem Wege den Abhang hinunter jagen und jede Wand mitnehmen. Ein erster Augenöffner, der das große Finale allerdings nur andeutet. So gibt es mehrere unglaubliche Szenen, in denen Chan z. B. mit einem Regenschirm außen an einem fahrenden Bus hängt und versucht, ins Innere vorzudringen.

POLICE STORY lässt sich aber auch ganz knapp mit nur einer Szene zusammenfassen und legitimieren: das Shopping Mall Finale am Ende des Films. Diese Szene ist eine der wahrscheinlich spektakulärsten aller seiner Filme und Grund dafür, dass POLICE STORY mit zu meinem Lieblingsfilmen Chans gehört. Ähnlich wie in DRUNKEN MASTER 2 rastet Jackie völlig aus, springt von einer Etage über die Rolltreppe zur nächsten, wird verprügelt und prügelt seine Widersacher grün und blau. Dabei gehen unglaublich viele Requisiten und Glas zu Bruch (Spitzname des Films lautet auch „Glass Story“), Menschen stürzen und rutschen die Treppen runter, Jackie rast auf einem Motorrad durch einen Shop mitsamt Gegner auf dem Vorderrad, und zum krönenden Abschluss rutscht er an einer Stange mehrere Etagen hinunter, wobei er eine ganze Lichterkette mitnimmt. Awesome! Dieser Stunt soll ihm wegen der heißen Lampen und der Stange u. a. starke Verbrennungen auf den Händen zugefügt haben – und all die Blessuren dieser Szene meint man ihm auch ansehen zu können. POLICE STORY ist einer der zahlreichen Belege dafür, dass Jackie Chan ein Verrückter ist, der seinem Körper unfassbar viele Strapazen abverlangt und überdurchschnittlich viel einstecken kann, um seine Zuschauer zu begeistern.

Fazit

POLICE STORY ist Actionunterhaltung pur und wie die meisten Jackie Chan Filme, der quasi ein eigenes Genre schuf, kaum zu vergleichen mit dem üblichen Hollywood-Actionfilm. Die Stunts sind schlicht spektakulär und kein Genrefan kommt an diesen Klassiker vorbei, der damals bei den fünften Hongkong Film Awards als bester Film ausgezeichnet wurde. Für diese Review wurde die ungeschnittene Hongkong Fassung der Splendid DVD gesichtet.

GING CHAT GOO SI [警察故事] (POLICE STORY)
HK 1985
Regie: Jackie Chan
Drehbuch: Edward Tang
Kamera: Cheung Yiu-Tsou
Schnitt: Peter Cheung
96 min.

8/10

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