PREDATOR

Veröffentlicht: 4. Dezember 2012 in reviews
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PREDATORWas waren das noch Zeiten, als muskelbepackte Männer im südamerikanischen Dschungel Brandrodung der brachialen Art betreiben durften! Arnold Schwarzenegger auf der Höhe seines Schaffens als Dutch, Major einer Marines-Eliteeinheit, der in einem Militärlager Geiseln befreien soll, bekommt es mit einem Unbekannten zu tun, der seine Männer einen nach dem anderen auf bestialische Weise liquidiert. Wie der Zuschauer bereits im Intro von PREDATOR erfährt, fliegt ein außerirdisches Raumschiff die Erde an und wirft seine Ladung über Südamerika ab. Erst im Laufe der Handlung dämmert es Dutch und Kollegen, dass sie mit etwas unmenschlichem zu tun haben und sie müssen ihre Strategie anpassen, um irgendwie zu überleben.

John McTiernan (DIE HARD, LAST ACTION HERO) inszenierte diesen Action-Klassiker von 1987 in überwiegend langen und abwartenden Einstellungen, und selbst in den im wahrsten Sinne explosionsartigen Gewalt- und Actionszenen ist die Schnittfrequenz wesentlich niedriger als in heutigen Actionfilmen. Das hat gewisse Vorteile: zum Einen haben die Schauspieler mehrere Möglichkeiten, ihr Spiel durchzubringen und die Stuntleute können ihre Kunst am Stück präsentieren. Wenn Action passiert, dann passiert sie vor der Kamera, und nicht erst durch den Schnitt. Und diese kann zweifellos absolut over-the-top sein, wie der überfallartige Angriff von Schwarzeneggers Team auf den Militärstützpunkt, bei welchem am Ende weder Hütten, Bäume noch Soldaten stehen, beweist. McTiernan zelebriert hier Zerstörung par excellence, ganz unter Ausblendung sämtlicher moralischer Bedenken oder political correctness. Ein zweites ähnliches Inferno wird verursacht, als Mac (Bill Duke) den Predator zwischen den Bäumen sieht und daraufhin ein ganzer Hektar Dschungel im Kugelhagel der Marines rasiert wird. Die Unterhaltung und der Fun-Faktor sind groß, und gleichzeitig zeigt sich auch, wie raffiniert der Plot vermittelt wird. Hier sind die schwer bewaffneten schweren Jungs und machen alles dem Erdboden gleich, während der Zuschauer ziemlich sicher gehen kann, dass diese Versuche vergeblich bleiben werden und lediglich Munition verschwendet wird. Der Predator ist kein wildes Tier oder gewöhnlicher Soldat, sondern ein Jäger, der offensichtlich aus sportlichen Absichten seine Trophäen, Schädel der erjagten Kämpfer, sammelt. In den zahlreichen P.O.V. shots lauert er seiner Beute auf, die sich durch die abgestrahlte Wärme verrät. So dezimiert sich das Team, bis natürlich am Ende nur noch Arnie übrig bleibt, um dem Viech den Gar aus zu machen.

PREDATOR - Arnold Schwarzenegger

PREDATOR ist ein Klassiker des Macho-Actionkinos der Achtziger, gehört jedoch zu der intelligenten Kategorie und sticht hervor durch die zwar schlichte, aber gut und auf den Punkt erzählte Handlung. Der Film war erfolgreich genug, um Kultstatus zu erlangen und zahlreiche Fortsetzungen bis hin zu den Crossovern mit dem Alien Universum nach sich zu ziehen. Das Original macht schlichtweg Spaß und ist eine Zeitreise in eine Epoche des Actionfilms, welcher in dieser Form nur noch selten anzutreffen ist. Vielleicht hätte Sylvester Stallone für seinen THE EXPENDABLES (2010) mehr Recherche in auch seiner filmischen Vergangenheit betreiben sollen.

PREDATOR
USA 1987
Regie: John McTiernan
Drehbuch: Jim Thomas, John Thomas
Kamera: Donald McAlpine
Schnitt: Mark Helfrich, John F. Link
107 min.

8/10

Kommentare
  1. Toller Film, der von mir dieselbe Wertung erhielt.

    Get to da choppa!

  2. Marc sagt:

    Einer der besten Filme ever. 8 von 10 nur? Mensch, eine 9 hätte wenigstens sein müssen ^^

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