Top 5 des Monats: November 2014

Veröffentlicht: 21. Dezember 2014 in top 5 of the month
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Krankheitsbedingt komme ich erst jetzt dazu, meine Filmauswahl aus dem November zu präsentieren, doch besser spät als nie! Im November hatte ich die Qual der Wahl, da ich viele sehr unterschiedliche und sehr gute Filme gesehen habe. Da mussten leider einige schöne Titel fallengelassen werden, um auf die erwünschten fünf Filme zu kommen.

Meine Top 5 Filme im November 2014:

5. Platz: EDGE OF TOMORROW (USA, Australien 2014; Regie: Doug Liman)

EDGE OF TOMORROW

Der fünfte Platz war extrem hart umkämpft. Hier hatte ich auch Sergey Bodrovs MONGOL (2007) im Sinn, eine gelungene Verfilmung des Lebens von Dschingis Khan. Außerdem waren Denis Villeneuves ENEMY (2013), mit Jake Gyllenhaal in einer Doppelrolle, die es in sich hat, sowie Tian Zhuangzhuangs THE HORSE THIEF (1986), der im tibetanischen Hochland spielt, in der Auswahl. Doch den Platz habe ich schließlich an den SF-Titel EDGE OF TOMORROW vergeben, der mich als Mainstream-Science Fiction überzeugt hat und rundum gelungen ist. Tom Cruise erlebt eine Zeitschleife à la GROUNDHOG DAY, und muss den gleichen Tag immer wieder durchmachen: Die Invasion der Normandie gegen außerirdische Invasoren. Besonders reizvoll ist der Videospiel-Aspekt: Cruises Protagonist muss die einzelnen Szenen einstudieren und meistern, um sie nach jedem Tod und Reset besser hinzukriegen und heil durchzukommen. Der Humor kommt in EDGE OF TOMORROW nicht zu kurz, die Effekte, vor allem die Exoskelette, sind erstaunlich gut und überzeugend. Insgesamt gehört der Film von Doug Liman (THE BOURNE IDENTITY, FAIR GAME) zu den überzeugenden Vertretern des Genres, das in den letzten Jahren zwar viele Titel hervorgebracht hat, von denen aber nur ein kleiner Teil begeistern konnte.

4. Platz: BLUE JASMINE (USA 2013, Regie: Woody Allen)

BLUE JASMINE

Woody Allen ist natürlich immer ein Kanditat für eine Bestenliste, und BLUE JASMINE gefiel mir aufgrund der typischen Allen-Struktur und seines Humors, doch vor allem auch aufgrund des phänomenalen Spiels von Cate Blanchett. Allen und Blanchett sorgen dafür, dass wir bei dieser tragischen Geschichte und Figur abwechselnd lachen und weinen können. Wie immer in seinen Filmen gibt es ein hochkarätiges Ensemble zu bestaunen. Neben Blanchett spielen Alec Baldwin, Peter Sarsgard, Sally Hawkins und Michael Stuhlbarg).

3. Platz: THE IMMIGRANT (USA 2013, Regie: James Gray)

THE IMMIGRANT

Ich bin mittlerweile ein großer Fan von James Gray (THE YARDS, WE OWN THE NIGHT) geworden. Bis auf seinen Debüt-Film LITTLE ODESSA (1994) habe ich alle seine Spielfilme gesehen und Gefallen an ihnen gefunden. THE IMMIGRANT ist sein erster historischer Film und stark an den Erzählungen seiner Eltern orientiert. Marion Cotillard (INCEPTION, THE DARK KNIGHT RISES) spielt die polnische Einwanderin Ewa, die zusammen mit ihrer Schwester in den Zwanzigern in New York ankommt. Die Schwester wird aufgrund ihrer gesundheitlichen Verfassung in ein Krankenhaus gesteckt, und Ewa kann nur durch die Hilfe des Unbekannten Bruno (Joaquin Phoenix) das Festland betreten, wo sie sich jedoch ziemlich bald in seinen Fängen wiederfindet und in einen Teufelskreis aus Abhängigkeit und Prostitution gerät. THE IMMIGRANT ist gefühlvolles Kino mit einer starken Hauptfigur, interessanten Charakteren (ebenfalls dabei: Jeremy Renner) und einer genialen Kameraarbeit von keinem geringeren als Darius Khondji (SEVEN, THE BEACH, AMOUR). Die letzte Einstellung des Films ist für die Filmgeschichte.

2. Platz: INTERSTELLAR (USA 2014, Regie: Christopher Nolan)

INTERSTELLAR

Viel grübeln musste ich über Christopher Nolans neuesten Kinofilm, dem SF-Spektakel INTERSTELLAR. Obwohl mich einige Schwächen nach der ersten Sichtung unschlüssig machten, wie gut der Film mir nun gefallen hatte, stand eines gleich fest: Das Erlebnis ist großartig, und der Film beinhaltet so viele Elemente, die mir zusagen (Hans Zimmers genialer Score ist nur eines davon), dass ich ihn für diese Liste nicht ignorieren durfte. Die erste Spoiler-freie Review kann man hier im Blog lesen. Außerdem habe ich noch einen allgemeineren Artikel über INTERSTELLAR als Vertreter des Genres verfasst.

1. Platz: STALKER (Sowjetunion 1979, Regie: Andrei Tarkowski)

STALKER

Beim ersten Platz ist mir die Entscheidung sehr leicht gefallen. Ohne drüber nachdenken zu müssen und mit großem Abstand vor den anderen Titeln steht Andrei Tarkowskis STALKER, den ich endlich gesehen habe. Dieser Film ist ein Paradebeispiel der klassischen philosophischen Science Fiction. Ein mysteriöses und militärisch abgeriegeltes Gebiet, genannt die „Zone“, soll angeblich Besuchern die innersten Wünsche erfüllen. Das Problem ist, dass man nur mit Hilfe von Führern, den so genannten Stalkern, durch die Zone laufen kann. Der Stalker macht sich auf den Weg mit seinen beiden Begleitern, einem Wissenschaftler und einem Schriftsteller. Auf ihrer Reise tauschen sie sich aus über ihre Weltansicht, Philosophie und die Natur der Zone (und des Menschen). Ein höchst ungewöhnlicher Film, der jedoch eine derart starke Bildsprache hat, dass es einem die Sprache verschlägt. Jede Einstellung in STALKER ist ein Gemälde, und das verrückte daran ist, dass es Tarkowski gelungen ist, eher hässlichen Industriestrukturen eine ungemeine Schönheit zu verleihen (der Einfluss auf Filme wie AVALON ist nicht zu übersehen). Das geschah zu einem hohen Preis: Gedreht wurde an verschiedenen Locations in Estland, unter anderem an zwei verlassenen Wasserkraftwerken und in einer Chemiefabrik. Einige Crew-Mitglieder sind Jahre später vermutlich aufgrund der giftigen Umgebung beim Dreh verstorben, auch Tarkowski selbst.

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