Top 5 des Monats: Juli 2015

Veröffentlicht: 6. August 2015 in top 5 of the month
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Ich freue mich richtig, die neue Top 5 Liste zu veröffentlichen, denn im letzten Monat konnte ich zahlreiche Filme sichten und hatte entsprechend die Qual der Wahl. Auch wenn viele gute Filme wegfallen mussten, die ich hier gerne erwähnt hätte, so haben sich die folgenden Favoriten doch ziemlich schnell herauskristallisiert. Viel Spaß mit der Filmauswahl aus dem Juli!

Meine Top 5 Filme im Juli 2015:

5. Platz: STALAG 17 (USA 1953, Regie: Billy Wilder)

STALAG 17

Billy Wilders STALAG 17 erzählt mit einer Leichtigkeit ähnlich der Filme Jean Renoirs (LA RÈGLE DU JEU, LA GRANDE ILLUSION) über die Geschichte einer Gruppe amerikanischer Kriegsgefangener, die während des Zweiten Weltkriegs in dem deutschen Gefangenenlager „Stalag 17“ interniert werden und versuchen, auszubrechen. Ihre Pläne werden aber jedes Mal im letzten Moment durchkreuzt, so dass die Soldaten sich ziemlich schnell einig sind, unter ihnen einen Verräter zu haben, der den Deutschen heimlich Informationen zukommen lässt. Sehr schnell ist man sich auch einig, wer der Kandidat sein soll (der gespielt wird von William Holden (THE WILD BUNCH, NETWORK)). Einer gegen eine ganze Gruppe – diese Dynamik erinnert an das Meisterwerk 12 ANGRY MEN (1957, Sidney Lumet), in welchem ein einziger Geschworener die feste Meinung der übrigen Elf in der Jury zu ändern versucht. Wilders Film, der vier Jahre zuvor herauskam, steht dem Klassiker in nichts nach, und besticht durch sein raffiniertes Drehbuch und dem Humor, der vor allem in der Interaktion der GIs mit den deutschen Wärtern aufblitzt.

4. Platz: MAD MAX: FURY ROAD (Australien, USA 2015; Regie: George Miller)

MAD MAX: FURY ROAD

Einer der seltenen Momente, in denen ein Film das liefert, was sein erster Trailer verspricht: MAD MAX: FURY ROAD von George Miller (der bereits für die Mad Max Trilogie zuständig war) ist von der ersten bis zur letzten Minute ein Adrenalin-Trip mit ausgezeichneten visuellen Momenten, grandiosen Stunts und over the top Action. Der Film ist auch das Ergebnis von ehrlicher und kompromissloser Arbeit des Regisseurs, der hier seine Vision, so skurril sie auch sein mag, durchgesetzt hat. Die ausführliche Review zum Film gibt es hier.

3. Platz: OASIS (Südkorea 2002; Regie: Lee Chang-dong)

OASIS

Im Juli gab es hier auf dem Blog ja bereits die komplette bisherige Werkschau zu Regisseur Lee Chang-dong. Da ich alle Filme zum ersten Mal gesehen habe, hätte ich gut und gern eine Top 5 Liste ausschließlich mit Lee-Filmen zusammenstellen können. Da ich dies aufgrund der von mir erwünschten Vielseitigkeit einer solchen Liste jedoch vermeiden wollte, habe ich mich auf zwei seiner Filme, die mir am besten gefallen haben, beschränkt. OASIS ist die Geschichte zweier gesellschaftlicher Außenseiter, einer körperlich stark behinderten jungen Frau und eines beinahe autistisch wirkenden Taugenichts, die von ihren jeweiligen Familien ausgegrenzt werden und sich unter bemerkenswerten Umständen treffen und zueinander finden. Großes Schauspiel-Kino und Gesellschaftkritik – hier ist die ausführliche Review zum Film.

2. Platz: SHI (POETRY) (Südkorea 2010, Regie: Lee Chang-dong)

POETRY

Ebenfalls von Lee Chang-dong stammt der großartige Film POETRY, in dem eine alte Dame, die mit unzähligen Problemen zu kämpfen hat (Geldnot; ein rebellischer Enkel, um den sie sich kümmert; aufkommende Alzheimer-Erkrankung), vor ein schweres moralisches Dilemma gestellt wird. Doch trotz aller Widrigkeiten bejaht sie das Leben und versucht sich einen alten Traum zu erfüllen: Sie möchte ein Gedicht verfassen. Doch woher die nötige Inspiration nehmen? Wie OASIS (2002) ist auch POETRY fantastisches Schauspiel-Kino mit der südkoreanischen Filmlegende der 1960er Yoon Jeong-hee, die für diesen Film nach etwa 15 Jahren Leinwand-Abstinenz wieder vor die Kamera getreten ist.

1. Platz: Y DAI ZONG SHI (THE GRANDMASTER) (Hongkong, China 2013; Regie: Wong Kar Wai)

THE GRANDMASTER

Der erste und zweite Platz dieser Liste ist im Prinzip austauschbar und ich musste mich einfach nur festlegen. Entschieden habe ich mich schließlich für Won Kar Wais THE GRANDMASTER, der die Geschichte der Kung Fu Legende Ip Man erzählt. Auch wenn ich mir vorstellen kann, dass dieser Film bei einigen Leuten auf Ablehnung stoßen wird (vor allem bei denjenigen, die den klassischen Martial Arts Film sehen wollen, der den Fokus eindeutig auf den Kampf legt – oder bei denjenigen, die eine stringente und geradlinige Narration bevorzugen), war ich fasziniert festzustellen, was für eine hypnotische Wirkung der Film auf mich hat. Seit langem ist das ein Film, den ich sofort wieder sehen musste. Um es mit einem Satz zu sagen: THE GRANDMASTER ist einer der schönsten Filme, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Die Kameraarbeit von Philippe Le Sourd führt gepaart mit dem fantastischen Set-Design und der Montage zu einem visuellen Hochgenuss. Aufgrund seiner narrativen Struktur wirkt der Film wie ein Puzzle, das 1000 verschiedene Varianten liefern könnte. Darin spiegelt sich auch die Arbeitsweise des Regisseurs wieder, der ohne Drehbuch arbeitet, und bei dem die Filme stets erst im Schnitt entstehen (man sieht das am Ergebnis, und es ist verblüffend, dass es funktioniert). Darin ähnelt Wong vielleicht am meisten Terrence Malick (THE TREE OF LIFE, TO THE WONDER). THE GRANDMASTER zeigt zwar zahlreiche Kämpfe, doch der Schwerpunkt liegt eindeutig bei den Charakteren nicht nur des einen Großmeisters Ip Man (gespielt von Tony Leung), sondern auch der anderen, etwa bei Gong Er (Zhang Ziyi), Gong Yutian (Wang Qingxiang), Ma San (Zhang Jin) und „Rasiermesser“ Yixiantian (Chang Chen). Tatsächlich hieß der Film, der sich seit 2008 in der Produktion befand, ursprünglich THE GRANDMASTERS, denn er konzentriert sich nicht nur auf die prominenteste Figur des Wing Chun, die bereits in so vielen Filmen verewigt wurde (IP MAN (2008) und IP MAN 2 (2010) mit Donnie Yen (Regie bei beiden Filmen: Wilson Yip), THE LEGEND IS BORN: IP MAN (2010) mit Dennis To und IP MAN: THE FINAL FIGHT (2013) mit Anthony Wong (Regie bei beiden Filmen: Herman Yau), sondern eben auch auf die Großmeister der anderen Kung Fu Stile. Auf insgesamt vier Stile wurde der Fokus gerichtet, um einen Einblick in diese vergangene, doch ehrwürdige Zeit der chinesischen Kampfkünste zu geben. Ich werde THE GRANDMASTER definitiv noch öfter sehen und hier im Blog dann auch ausführlicher behandeln – bis dahin bleibt mir nur, diesen Film wärmstens weiterzuempfehlen!

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