KURO-OBI (BLACK BELT)

Veröffentlicht: 8. August 2015 in reviews
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KURO-OBIIm Jahre 1931 wird die Mandschurei von der japanischen Armee besetzt. Ein Jahr später wird dort der Marionettenstaat Mandschukuo gegründet. Korrupte Offiziere der japanischen Armee ziehen durch das Land und beschlagnahmen Häuser und Boden, so auch die ansässigen Karate-Dojos. In einem dieser Dojos, das von Meister Eiken Shibahara (Yosuke Natsuki) geleitet wird, werden drei Schüler ausgebildet. Der schwächere Choei (Yuji Suzuki), der friedvolle Giryu (Akihito Yagi) und der aufbrausende Taikan (Tatsuya Naka). Als die Soldaten vor dem Dojo erscheinen, um es zu requirieren, möchte Meister Shibahara friedlich an die Vernunft appellieren, doch Worte nutzen nichts.

Nach einigen kurzen und gefährlichen Duellen, bei denen die Karateka waffenlos gegen Samuraischwerter antreten, werden die Soldaten zunächst vertrieben. Doch es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Armee Rache sinnend wieder auftaucht. Inzwischen liegt der alte Shibahara im Sterben und die Frage kommt auf, wer seiner drei Schüler den ehrwürdigen Schwarzen Gürtel (kuro-obi) des Meisters erben darf. Shibahara beantwortet diese Frage nicht, stattdessen vertraut er Choei den Gürtel an und trägt ihm auf, ihn an den würdigen Träger zu übergeben, sobald die Zeit reif ist. Doch nun trennen sich die Wege der Schüler. Während Taikan in der Armee als Karate-Ausbilder agiert, in Zweikämpfen sehr zur Freude des korrupten japanischen Befehlshabers ein Karate-Dojo nach dem anderen übernimmt, seinen Ruhm genießt und nach immer stärkeren Gegnern Ausschau hält, taucht Giryu zunächst verletzt unter und versucht, das von Sensei Shibahara vermittelte defensive und friedliche Ideal, das von jeder Art des Angriffs absieht, mit der Realität in Einklang zu bringen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Entscheidung gefällt werden muss, wer den Kuro-Obi erhält und die Schule weiter leitet.

KURO-OBI

Die Handlung von KURO-OBI ist alles andere als originell und ganz sicher nicht die Stärke des Films. Sie ist vorhersehbar und wurde schon in zahlreichen Filmen zumindest in ähnlicher Form verarbeitet. Was den Film von Regisseur Shunichi Nagasaki jedoch auszeichnet und von vergleichbaren Filmen des Genres abhebt, ist die Authentizität der gezeigten Kämpfe. KURO-OBI ist der einzige Karate-Film, der es verdient, als solcher bezeichnet zu werden. Die Kämpfe sind schnell, hart, realistisch, und zeigen vor allem authentisches Karate. Das liegt in erster Linie daran, dass für den Film keine Schauspieler, sondern Karate-Meister vor der Kamera standen. Sowohl Akihito Yagi als auch Tatsuya Naka tragen den siebten Dan (Naka im Shotokan-Karate und Yagi im Gôjû-ryû-Karate), verkörpern also absolute Kompetenz und zeigen dies in allen Szenen. Selbst die einzelnen Gegner werden von hochgradigen Kampfkünstlern aus dem Karate oder Taekwondo verkörpert, und auch Choei-Darsteller Suzuki trägt den ersten Dan im Kyokushin-Karate. Die Kampfchoreografien sind eine Freude für jeden Kampfkunst-Enthusiasten und erst Recht für jeden, der mit Karate zu tun hat. Da sie auch in ruhigem Stil und mit totalen Einstellungen gedreht sind, können sie vom Zuschauer sehr gut verfolgt und nachvollzogen werden. Hier wird nicht mit Schnitt geschummelt, sondern richtig gekämpft. Selbst die Treffer sind echt, wie man im Film an den meisten Stellen sehen kann (und wer in die Specials der DVD schaut, kann die Treffer dort auch hören) – ein Realismus-Bonus, der nur möglich ist, weil Profis am Werk sind, die durch tägliches Training gelernt haben, entsprechend einstecken (und austeilen) zu können. Wer also echten Karate-Meistern in einem auch visuell ansprechenden Film zusehen möchte: Es führt kein Weg an KURO-OBI vorbei, der für mich auf jede Best of Martial Arts Liste gehört.

KURO-OBI [黒帯] (BLACK BELT)
Japan 2007
Regie: Shunichi Nagasaki
Drehbuch: George Iida
Kamera: Masato Kaneko
Schnitt: Hirohide Abe
95 min.

8/10

 

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