Top 5 des Monats: August 2015

Veröffentlicht: 28. September 2015 in top 5 of the month
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So, es hat etwas länger gedauert, als geplant, doch hier ist meine Liste der fünf besten Sichtungen im August. Die Auswahl war groß und nicht einfach auf fünf Titel zu reduzieren. Auch diesmal liegt der Schwerpunkt auf Asien, genauer gesagt in China!

Meine Top 5 Filme im August 2015:

5. Platz: ROCKY (USA 1976, Regie: John G. Avildsen)

ROCKY

Tatsächlich habe ich bis vor kurzem zu den wenigen Leuten gehört, die ROCKY noch nie gesehen hatten. Natürlich kannte ich den Film und habe schon oft verschiedene Szenen gesehen, aber kam eben noch nicht in den vollen Genuss. Dies hat sich im August geändert, und nach einem Rocky-Marathon (Teile Eins bis Fünf – nur der neueste ROCKY BALBOA (2006) fehlt noch) ist diese Lücke nun auch gestopft. Wie zu erwarten, ist der erste Teil, der unter der Regie von John G. Avildsen (THE KARATE KID) entstand, der beste Film, wenn auch ROCKY II (1979) sich fast auf Augenhöhe befindet. Das Drehbuch stammte von Sylvester Stallone selbst, dessen Titelfigur zusammen mit dem Charakter John Rambo unsterblich mit ihm verbunden bleiben wird. ROCKY besticht vor allem durch die Charakterzeichnung des italienischen Verlierers, der es nie zum erfolgreichen Boxer gebracht hat, weil er sein Potential schlicht nicht ausschöpften konnte oder wollte. All das ändert sich, als er aufgrund einer PR-Idee von Schwergewichtsweltmeister Apollo Creed (Carl Weathers) zu einem Titelkampf herausgefordert wird. Der Amerikanische Traum soll vorgelebt werden: Noch der unscheinbarste Niemand kann es an die Spitze schaffen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Stallones Drehbuch ist klug aufgebaut und endet auch nicht im Klischee wie die meisten Filme dieser Kategorie. Rocky entwickelt sich (auch mit Hilfe der späteren nicht immer ganz gelungenen Fortsetzungen), und der Kampf gegen Creed spiegelt diese Entwicklung am Ende komprimiert wider. Ein sehenswerter Klassiker, nicht nur für Box-Interessierte.

4. Platz: TAU MING CHONG [THE WARLORDS] (China 2007, Regie: Peter Chan)

THE WARLORDS

Zum ersten Mal in Kontakt mit den Filmen von Peter Chan, und schon haben es zwei Filme in die Liste geschafft: THE WARLORDS ist ein episches Drama, dass in der Zeit des Taiping-Aufstands spielt. Drei Krieger, gespielt von den Superstars Jet Li (HERO), Andy Lau (INFERNAL AFFAIRS) und Takeshi Kaneshiro (HOUSE OF FLYING DAGGERS), entscheiden sich aus Gründen der Armut und Perspektivlosigkeit, ihre Männer als Armee in die Dienste des Kaisers zu stellen, und die aufständischen Städte zu erobern. Der hohe Blutzoll lässt die Männer verrohen und an ihren Idealen zweifeln, und der brüderliche Schwur droht zu zerfallen. Peter Chans Film ist opulentes historisches Kino mit viel Dramatik, beeindruckenden Szenen und glaubwürdigen Charakteren. Jet Li begeistert mich vor allem in den ruhigen, sanften Momenten mit seinem Spiel, die ähnlich wie die medidativen Szenen in FEARLESS (2006, Ronny Yu) zeigen, dass Jet Li nicht nur ein phänomenaler Kampfkünstler, sondern auch ein sehr guter Schauspieler ist.

3. Platz: WU XIA [DRAGON] (China 2011, Regie: Peter Chan)

DRAGON

Der zweite Film, den ich von Peter Chan sehen konnte, hat mir sogar noch ein wenig besser gefallen. Ganz im Gegensatz zum opulenten THE WARLORDS, ist DRAGON ein wesentlich kleinerer Film, der allerdings u. a. durch seinen Stil und sein spezielles Genre besticht. DRAGON ist ein Kriminalfilm, in welchem der Detektiv Xu Bai-Jiu (Takeshi Kaneshiro) den Tod zweier Räuber aufzuklären versucht, die in scheinbarer Notwehr vom Papiermacher des Dorfes (gespielt von Donnie Yen) getötet wurden. Kaneshiros Charakter trägt autistische Züge und versucht beinahe in CSI-Manier, den Fall zu rekonstruieren. Seinem Verdacht nach handelt es sich bei dem Papiermacher in Wirklichkeit um einen vollendeten Kampfkünstler, der genau wusste, was er tat, als er die Räuber tötete. DRAGON ist höchstwahrscheinlich die bisher schauspielerisch beste Leistung von Donnie Yen (FLASH POINT, IP MAN, HERO), der sich hier stark zurückhält und den vorgeblich einfachen Dörfler spielt. Auch wenn einige Elemente im Handlungsverlauf stark konstruiert sind, so überzeugt DRAGON als ungewöhnlicher und packender Film, der mich überaus positiv überrascht hat.

2. Platz: JOHN WICK (USA 2014, Regie: Chad Stahelski, David Leitch)

JOHN WICK

Die Prämisse ist so einfach, und das ist auch der Grund, warum JOHN WICK so gut ist: Er hält das, was er verspricht, und bildet sich nie ein, mehr zu sein. John Wick (Keanu Reeves) ist ein Profikiller im Ruhestand. Seine Frau ist vor kurzem gestorben; er trauert. Alles, was er noch hat, ist ein kleiner Welpe, den er von seiner Frau als Abschiedsgeschenk bekommen hat, sowie seine luxuriöse Villa samt Fuhrpark. Als dann durch einen dummen Zufall eine Gruppe Gangster sein Auto stiehlt und seinen Hund tötet, sind die Würfel gefallen. Wer sich mit John Wick anlegt, ist fällig. Die Regie-Debütanten Chad Stahelski und David Leitch, zuvor hauptberufliche Stuntleute (sie hatten zusammen mit Reeves an der Matrix-Trilogie gearbeitet) und Second-Unit-Directors, legen mit JOHN WICK einen großartigen stylischen Genre-Film vor, der gespickt ist mit Einflüssen der Filmkultur wie etwa Anime- und Martial Arts Filme oder Hongkong-Actionkino à la John Woo. Alle Szenen sind durchweg stilisiert und bestechen durch ihre Choreographie und Optik (Stichwort Sergio Leone). Und wie eingangs schon erwähnt, bekommt man genau das, was man erwartet, und was angekündigt wird. Ein völlig in sich stimmiges Werk, das für mich zusammen mit MAD MAX: FURY ROAD (2015, George Miller) zu den besten Actionfilmen der jüngsten Zeit gehört.

1. Platz: BA WANG BIE JI [FAREWELL MY CONCUBINE] (China 1993, Regie: Chen Kaige)

FAREWELL MY CONCUBINE

Auf dem ersten Platz schließlich landet der epische Historienfilm FAREWELL MY CONCUBINE von Regisseur Chen Kaige. Chen, der zur so genannten Fünften Generation des chinesischen Films gehört (zusammen mit u. a. Zhang Yimou (CURSE OF THE GOLDEN FLOWER, HERO) und Tian Zhuangzhuang (THE HORSE THIEF)), lässt mit FAREWELL MY CONCUBINE die Geschichte des modernen Chinas des 20. Jahrhunderts Revue passieren, während sein Fixpunkt die Perspektvie aus den Augen zweier Stars der berühmten Peking-Oper ist, gespielt von Leslie Cheung (A BETTER TOMORROW) und Zhang Fenyi (RED CLIFF). Dabei beginnt die Geschichte in der frühen Kindheit, die Aufnahme in der strengen Schule, das harte Training, und führt über die japanische Besetzung, die Übernahme durch Nationalchina bis zum Machtwechsel durch die Kommunisten und der Kulturrevolution. Eine Welt, die permanent im Wandel ist und kaum noch wiederzuerkennen. Die einzige Konstante für Douzi (Cheung), der im Theater die weibliche Rolle spielt, bleibt das immer gleiche Stück „Lebewohl, meine Konkubine“. Nicht nur die sich verändernde Welt bedroht diese Konstante, sondern auch Juxian (Gong Li), in die sich Shitou (Zhang) verliebt und die einen Keil zwischen die Männer treibt. FAREWELL MY CONCUBINE ist ein bedeutender und wundervoller Film des chinesischen Kinos und ein hochinteressanter Einblick und Abriss in die chinesiche Geschichte und Gesellschaft.

Kommentare
  1. Zustimmung zu Rocky und John Wick – die Asiaten kenn ich nicht.

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