STAR WARS: EPISODE VI – RETURN OF THE JEDI

Veröffentlicht: 21. Dezember 2015 in reviews
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Im dritten Teil und Abschluss der klassischen Star Wars Trilogie erleben wir ein letztes Mal eine epische Kollektion von Kulissen, Charakteren und Kreaturen, Weltraumschlachten und exotischem Abenteuer. Die Handlungsstränge der wichtigsten Charaktere kommen zu ihrem Abschluss: Luke (Mark Hamill), mittlerweile beinahe ein vollwertiger Jedi-Meister, muss seinen Vater Darth Vader erneut konfrontieren. Der Imperator (Ian McDiarmid) will mit Hilfe von Vader den jungen Skywalker auf die dunkle Seite der Macht bringen. Das Imperium, das einen zweiten Todesstern konstruiert hat, muss endgültig besiegt werden.

Doch dieser rote Faden wird verziert von den Nebengeschichten und -Ereignissen. So müssen Luke und Leia (Carrie Fisher) den eingefrorenen Han Solo (Harrison Ford) zunächst aus den Klauen von Unterweltkönig Jabba the Hutt auf Lukes Heimatwelt Tatooine befreien. Die Rebellen planen den Angriff auf den zweiten Todesstern, der noch nicht einsatzbereit ist und von einem Kraftfeld geschützt wird, das es zu zerstören gilt. Generiert wird das Feld auf dem Waldmond Endor, wo die Helden nach wilden Verfolgungsjagden in Hochgeschwindigkeit zwischen Mammutbäumen schließlich auf ein erst unscheinbares und kurioses Volk treffen. Während sich die Rebellenflotte also dem Todesstern nähert und Han und Leia versuchen, den Generator zu zerstören, sucht Luke schließlich die finale Konfrontation mit Vader und dem Imperator.

RETURN OF THE JEDI

Wie auch die ersten beiden Teile STAR WARS und THE EMPIRE STRIKES BACK begeistert RETURN OF THE JEDI mit dem fantasievollen Gewimmel, das aus dem Star Wars Universum etwas besonderes macht. Die zahlreichen kuriosen Aliens in Jabbas Residenz sind nur ein markantes Beispiel hierfür. Im Gegensatz zum Vorgänger nimmt sich der Abschluss der Trilogie in weiten Teilen nicht mehr allzu ernst (die Ausnahme hier ist natürlich die Auseinandersetzung zwischen dem Imperator und Luke) und punktet stattdessen mit Humor (Jabbas Kreaturen, die Ewoks) und Abenteuer. So macht vor allem der Auftakt bei Jabba the Hutt viel Spaß, aber auch die ausgefeilteren Raumschiffschlachten im Weltraum begeistern sehr. Es ist letzten Endes wie immer Geschmacksache: Ich mache bei RETURN OF THE JEDI Punktabzüge, da mir die Ewoks (die im Film nie so genannt werden) nie sonderlich gefallen haben und mir den Film etwas zu putzig und kindlich machen. Die Prämisse, dass das Imperium mal eben so einen neuen Todesstern baut, muss man letztlich hinnehmen, auch wenn die Originalität hier ein wenig zu wünschen übrig lässt. Da hätten sich George Lucas und Lawrence Kasdan, die für das Drehbuch verantwortlich waren, auch etwas anderes einfallen lassen können. Denn gute originelle Einfälle hatten sie. Sowohl Jabbas Grubenhaustier als auch die riesige fleischfressende Sandkreatur sind gelungen, und auch die Highspeed-Gleiter im Urwald machen Spaß (wenn sie auch angesichts des Terrains wenig Sinn machen).

RETURN OF THE JEDI

Yoda und Obi-Wan Kenobi bekommen kleinere Auftritte, die nur zum Abschluss der Handlungsstränge nötig sind und das letzte Geheimnis der Familie Skywalker offenlegen. Der Kampf zwischen Luke und seinem Vater ist (vor allem im Vergleich mit den leblosen Choreographien der Prequel-Trilogie) ein emotionales Highlight, bei dem kein Wert auf gepflegte Schwertkampfkunst gelegt wird, sondern zunächst Lukes Wut Überhand annimmt, so dass er beinahe dem Imperator verfällt. Man beachte die wilden Hiebe, mit denen Luke auf Vader eindrischt, bis er ihn schließlich besiegt, und vergleiche das z. B. mit dem Kampf zwischen Obi-Wan Kenobi und Darth Maul in THE PHANTOM MENACE, der auch als mittelprächtige Sport-Kata durchgehen könnte. Trotz der von mir oben genannten kleinen Abzüge ist RETURN OF THE JEDI, der unter der Regie von Richard Marquand (EYE OF THE NEEDLE) entstand, ein würdiger Abschluss einer großartigen Trilogie, die uns ein reiches, fantastisches Universum und interessante, liebevolle Charaktere gebracht hat. Lucas musste mir die Sichtung zwar mit seinem überarbeiteten Mist wieder ein wenig vermiesen (im Vergleich zum zweiten Teil stechen hier viele Anpassungen wieder negativ und unnötig hervor – eine Übersicht aller Änderungen an der klassischen Trilogie gibt es hier), doch insgesamt hatte ich großen Spaß, nach über zehn Jahren mal wieder die Klassiker am Stück zu sehen. Wer noch nie einen Star Wars Film gesehen hat, der sollte jedenfalls nicht den Fehler begehen, mit den neuen anzufangen, weil diese früher spielen. Damit könnte einem die Welt vermiest werden und die Lust vergehen, die wirklich guten Filme zu sehen. Den Anfang machen sollte man ganz eindeutig mit STAR WARS (1977) – ein Film, den man selbst als Nicht-SF-Fan gesehen haben muss. Ich bin sehr gespannt auf Abrams‘ Vision für die nächsten Star Wars Filme!

STAR WARS: EPISODE VI – RETURN OF THE JEDI
USA 1983
Regie: Richard Marquand
Drehbuch: George Lucas, Lawrence Kasdan
Kamera: Alan Hume
Schnitt: Sean Barton, Duwayne Dunham, Marcia Lucas, T. M. Christopher (special edition)
134 min. (special edition)

8/10

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