YIP MAN: JUNG GIK YAT JIN (IP MAN: THE FINAL FIGHT)

Veröffentlicht: 28. Oktober 2016 in reviews
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Im Gegensatz zu den spektakulären IP MAN (2008) und IP MAN 2 (2010) lässt es Herman Yaus Film IP MAN: THE FINAL FIGHT ruhiger und überwiegend realistischer zugehen. Die berühmte Person des Wing Cung Großmeisters und Nationalhelden Ip Man dient auch hier als Vorlage, doch diesmal wird sein Leben nicht in Form eines Actionfilms umgesetzt, sondern als Drama (mit durchaus hochkarätigen Kampfszenen, wohlgemerkt).

Verkörpert wird der Protagonist von Anthony Wong (INFERNAL AFFAIRS, EXILED), und ich war besonders überrascht davon, wie gut und überzeugend Wong den Meister darstellen konnte, da ich keine Ahnung über seine Kampfkunstkenntnisse hatte. Im Gegensatz zu Donnie Yen hält er sich meist zurück, doch wenn er kämpft, dann sind die Kämpfe meist kurz und explosionsartig. Die Bewegungen dabei wirken absolut glaubwürdig. Tatsächlich liegt sein Schwerpunkt aber in der Charakterdarstellung Ip Mans, die in diesem Film deutlich mehr an der realen Geschichte dran ist als die oben genannten Titel, wenn auch einige Ereignisse abweichen oder gewisse Szenen, besonders einige Kämpfe bis hin zum Showdown, fiktiv oder übertrieben dargestellt werden. Wong überzeugt als alternder Mann, der mit Magenschmerzen zu kämpfen hat und Schüler auf einem Dach in Hongkong unterrichtet, um sich über Wasser zu halten. Er versucht, seine Schüler aus Schwierigkeiten herauszuhalten, was nicht immer gelingt, da die Qualität seines Kampfstils schnell die Runde macht. Ng Chung (Eric Tsang), ein Meister des Weißen Kranichs und Besitzer einer Kampfkunstschule, scheint zunächst potentieller Rivale von Ip Man zu sein, doch bald schon freunden sich die beiden an und führen eine respektvolle Beziehung miteinander. Probleme kommen eher in Person von Local Dragon (Hung Yan-yan) auf, der die Unterwelt beherrscht und Wettkämpfe veranstaltet, bei denen auch ein Schüler Ip Mans involviert ist.

IP MAN: THE FINAL FIGHT

IP MAN: THE FINAL FIGHT überzeugt in erster Linie als Drama, mit seiner guten Besetzung und dem nostalgischen Rückblick auf ein Hongkong der 40er und 50er Jahre. Es hätten ein paar Kamerafahrten weniger sein können, die die Setbauten zwar in Szene setzen sollen, aber eher unmotiviert sind. Und selbst die Kampfszenen sind, wie erwähnt, stark, glaubwürdig und unterhaltsam. Dieser Film handelt zwar von der gleichen Person wie die Filme von Wilson Yip, doch unterschiedlicher könnten sie nicht sein. Jeder für sich aber ist ein sehenswerter Titel. Interessanterweise hatte Herman Yau drei Jahre zuvor bereits die Jugendjahre Ip Mans in IP MAN ZERO (2010) verfilmt.

YIP MAN: JUNG GIK YAT JIN [葉問:終極一戰]  (IP MAN: THE FINAL FIGHT)
Hongkong 2013
Regie: Herman Yau
Drehbuch: Erica Li
Kamera: Joe Chan
Montage: Azrael Chung
102 min.

7/10

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