Mit ‘drama’ getaggte Beiträge

BLUE VALENTINE

Veröffentlicht: 19. Oktober 2016 in reviews
Schlagwörter:, , , , , , ,

Diese Review enthält leichte Spoiler.

Ein Film wie BLUE VALENTINE verspricht keinen angenehmen Wohlfühlabend. Keinen romantischen Kitsch, der einen mit Happy End und warmem Gefühl im Bauch entlässt. Stattdessen ist der Film ein vorbildliches Beispiel an Ehrlichkeit. Ehrlichkeit in seiner Handlung, im Spiel seiner Darsteller und in der Inszenierung. Zwei junge Menschen lernen sich kennen. Cindy (Michelle Williams) möchte Medizin studieren und später Ärztin werden. Ihre Familie kommt aus der Mittelklasse. Dean (Ryan Gosling) ist ein Umzugshelfer ohne Schulbildung. Beide lernen sich zufällig im Altenheim kennen, wo er bei einem Umzug arbeitet, während sie ihre Großmutter besucht. Sie verlieben sich, sie heiraten. Sechs Jahre später ist von der Leichtigkeit und dem Hochgefühl nichts mehr übrig geblieben. (mehr …)

Advertisements

SHI (POETRY)

Veröffentlicht: 24. Juli 2015 in reviews
Schlagwörter:, , , , , , , , , ,

Mi-ja (Yoon Jeong-hee) muss mit zahlreichen Problemem zurechtkommen. Die Witwe sorgt alleine für ihren Teenager-Enkel Jong-wook (Lee David), der in seiner abgekapselten Welt lebt und sich von Oma wie ein Pascha bedienen lässt; das knappe Geld verdient sie sich als Pflegerin eines alten Schlaganfallopfers. Bei einem Arztbesuch wird ihr Alzheimer im Frühstadium diagnostiziert. (mehr …)

Die Witwe Lee Shin-ae (Jeon Do-yeon) zieht mit ihrem Sohn von Seoul nach Miryang um, da sie entschieden hat, im Heimatort ihres verstorbenen Mannes ein neues Leben als Klavierlehrerin anzufangen. Die von ihr erwünschte Anonymität des Neustarts erhält sie in der Kleinstadt jedoch nicht. Ziemlich bald wissen alle von der Neuen und ihrem Schicksal. Vor allem der Mechaniker Kim Jong-chan (Song Kang-ho) lässt nicht locker und weicht nicht mehr von ihrer Seite. Doch Shin-ae bleibt auch in Miryang nicht verschont, denn nicht lange nach ihrer Ankunft wird ihr Sohn entführt. Die folgenden Schicksalsschläge lassen die Mutter verzweifeln, und sie sucht nach Wegen, um mit ihrem Schmerz umzugehen. (mehr …)

OASIS

Veröffentlicht: 20. Juli 2015 in reviews
Schlagwörter:, , , , , , , , ,

Diese Review enthält leichte Spoiler.

Hong Jong-du (Sol Kyung-gu) kommt aus dem Gefängnis frei und muss erst mal herausfinden, wo seine Familie jetzt lebt. Denn die ist umgezogen, ohne es für nötig zu erachten, ihn darüber zu informieren. Jong-du, der wie ein Autist gesellschaftliche Konventionen nicht wahrzunehmen scheint, landet kurzerhand wieder auf der Polizeiwache, wo er schließlich von seinem jüngsten Bruder abgeholt wird. Seine Familie gibt ihm schnell zu verstehen, dass er nicht wirklich willkommen ist, dass man ohne ihn besser fährt. Sein älterer Bruder Jong-il (Ahn Nae-sang) besorgt ihm einen Job als Essenslieferant, den er ziemlich schnell verbockt. Jong-du ist unberechenbar, unangenehm, stellt unpassende Fragen und merkt nicht, wenn andere Menschen irritiert auf ihn reagieren oder sich belästigt fühlen. (mehr …)

PEPPERMINT CANDY ist der zweite Film des südkoreanischen Regisseurs Lee Chang-dong (GREEN FISH) und erzählt die Geschichte eines Mannes, der gleich zu Beginn Selbstmord begeht, rückwärts. 20 Jahre seines Lebens in sieben Episoden, die uns zeigen, wie es zu solch einem drastischen Ende kommen konnte. (mehr …)

Mak-dong (Han Suk-kyu) kehrt nach seinem abgeleisteten Wehrdienst wieder nach Hause. Im Zug möchte er einer Frau helfen, die von Halbstarken belästigt wird. Was er nicht ahnt: Die Frau gehört zu einem Gangsterboss aus Seoul. Dieser bietet ihm nun einen Job an und lässt den naiven jungen Mann zunehmend in die Unterwelt hinabgleiten. (mehr …)

AMERICAN SNIPER ist der erste Film von Clint Eastwood, den ich regelrecht hasse. Die dafür verhältnismäßig hohe Wertung von 5 Punkten liegt daran, dass es filmtechnisch wenig auszusetzen gibt, bis auf ein paar Ausnahmen. Bei diesem Film sollte man zwischen zwei Kategorien von Problemen trennen. Die eine ist die echte Person Chris Kyle, dem mittlerweile verstorbenen Scharfschützen der Navy SEALs, dessen Buch American Sniper (2012) bzw. dessen Leben hier verfilmt wurde. Die zweite Kategorie sind die Probleme, die aus dem Film selbst resultieren. (mehr …)

Der Artikel enthält leichte Spoiler.

Der angehende Broker Jordan Belfort (Leonardo DiCaprio) kann sich nicht an der Wall Street durchsetzen, nachdem ihm der große Börsencrash 1987 einen Strich durch die Rechnung macht. Stattdessen geht er nach Long Island, wo er sich durch fragwürdige Methoden mit der Zeit sein Imperium aufbaut, indem er Menschen Aktien andreht, deren Wert künstlich und fälschlich überbewertet wurden. Ein Leben im Dauerrausch (Geld, Drogen, Sex) beginnt, bis Belfort in den Neunzigern aufgrund von Geldwäsche und kriminellen Aktionen am Finanzmarkt ins Gefängnis gehen muss. Scorsese ist bekannt dafür, Lebensläufe mit kometenhaftem Aufstieg und anschließendem Absturz virtuos zu verfilmen. Damit reiht sich THE WOLF OF WALL STREET, eine Verfilmung der Autobiografie Jordan Belforts, hinter seinen anderen Filmen wie RAGING BULL, GOODFELLAS und CASINO ein. (mehr …)

FLIGHT

Veröffentlicht: 20. Dezember 2013 in reviews
Schlagwörter:, , , , , , ,

Der Pilot Whip Whitaker ist Alkoholiker. Bevor er fliegt, nimmt er Kokain, um seinen Kater wieder loszuwerden. Nachdem er sein Flugzeug aufgrund eines Maschinenfehlers bruchlanden muss, wobei „nur“ sechs Menschen ums Leben kommen, wird er aufgrund seines waghalsigen Manövers als Held gefeiert. Gleichzeitig kommt aber nach dem toxikologischen Bericht zutage, was sich alles zum Zeitpunkt des Unfalls in seiner Blutbahn befand. Während sein Anwalt nun versucht, ihn vor der drohenden Klage und einem langen Gefängnisaufenthalt zu bewahren, beschleunigt sich die Abwärtsspirale seines Alkoholismus. (mehr …)

Während Terrence Malick in THE TREE OF LIFE das Wunder des Lebens zelebrierte, so betrachtet er nun in TO THE WONDER das Wunder der Liebe. Stilistisch wie ein kleiner Bruder des epochalen Vorgängers, da beinahe identisch in seiner Machart, fordert Malick vom Zuschauer erneut einiges ab. Wie bei all seinen Filmen, jedoch speziell bei den letzen beiden, muss man viel Geduld aufbringen und sämtliche narrativen Konventionen hinter sich lassen. Der Amerikaner Neil (Ben Affleck) verliebt sich in Paris in Marina (Olga Kurylenko). Sie entschließt sich, ihm in die Vereinigten Staaten zu folgen, zusammen mit ihrer zehnjährigen Tochter (Tatiana Chiline). Doch die anfangs so leidenschaftlichen und spielerischen Emotionen und Zärtlichkeiten lassen nach dem Umzug bald nach. Im weiten und flachen Oklahoma erlebt Marina einen Kulturschock und fühlt sie sich fremd und deplatziert, während ihre Tochter keine Freunde findet. (mehr …)

NETWORK

Veröffentlicht: 7. August 2013 in reviews
Schlagwörter:, , , , , , , , ,

Ach ja, die goldenen Siebziger! Regelmäßige Leser meines Blogs werden jetzt vermutlich die Augen verdrehen, wenn ich wieder ein Mal auf meine Lieblingsdekade des amerikanischen Films hinweise. Doch ich kann es nicht ändern. Es reicht aus, an diverse Titel oder Regisseure der Zeit zu denken, und mich überkommt wohliger Schauer und Schwärmerei. Diese goldene Ära Hollywoods hat zahlreiche intelligente und grandiose Filme hervorgebracht, angetrieben von der Kreativität von Leuten wie Scorsese, Lumet, Pollack, De Palma, Spielberg, Coppola usw.
NETWORK aus dem Jahre 1976 zählt nicht zu meinen Favoriten, ist aber dennoch eine ungemein raffinierte, fiese und prophetische Satire auf die Fernsehwelt und was sie mit den Zuschauern macht. Wenn man sich die heutige Programmlandschaft im TV so ansieht, dann stellt man fest, dass der von Peter Finch gespielte Howard Beale in seinen TV-Ausbrüchen die Zukunft vorhersagte und seine Reden heute genauso halten könnte. An dieser Stelle jedoch ein kurzer Stopp und Zurückspulen an den Anfang, denn vermutlich gibt es Menschen, die NETWORK noch nicht kennen. (mehr …)

JACKIE BROWNTarantinos JACKIE BROWN kam drei Jahre nach seinem Kultfilm PULP FICTION in die Kinos und hatte eine schwere Aufgabe vor sich: der durch seine beiden ersten Filme zum Superstar avancierte Regisseur, der von den einen für ein Hollywood-Genie à la Orson Welles und von den anderen als überbewertetes B-Movie Konsumopfer eingeordnet wurde, überraschte mit seinem dritten Film, indem er einen Teil seiner Anhängerschaft leicht enttäuschte, gleichzeitig jedoch neue Befürworter für sich gewinnen konnte. Tarantino bewies mit JACKIE BROWN, dass er nicht durch einen freak accident im Hollywood-Pantheon gelandet war, sondern ein ernstzunehmender Regisseur, mit dem weiterhin zu rechnen sein konnte. (mehr …)

WARRIORBrendan und Tommy sind Brüder mit unterschiedlichen und auch gemeinsamen Problemen. Brendan (Joel Edgerton) ist verheiratet, hat zwei Töchter und arbeitet als Lehrer. Um seine finanziellen Schwierigkeiten zu lösen und aus Angst, das Haus verkaufen zu müssen, kämpft der Ex-MMA-Sportler bei Amateurkämpfen auf Parkplätzen. Als er deswegen von der Schule suspendiert wird, bleibt ihm nur noch der Kampf um den Turniersieg bei einem hoch dotiertem MMA-Event in Atlantic City und damit die Rückkehr als Profi. Sein Bruder Tommy (Tom Hardy), in der Jugend ein viel versprechender Ringer,  avanciert im Irak gleichzeitig zum Kriegshelden und Deserteur. Seine Schuldgefühle und eigenen Dämonen plagen ihn und bringen auch ihn dazu, sich für das Turnier anzumelden und um den Titel zu kämpfen. Die zerstrittenen Brüder haben eine verbleibende Gemeinsamkeit außer dem Kämpfen: ihren Vater Paddy (Nick Nolte), der ihnen als Alkoholiker Kindheit und Leben zerstört hat und mittlerweile als alter einsamer Mann vergeblich versucht, zu seinen Söhnen wieder Zugang zu erhalten. (mehr …)

Man sollte nicht den Fehler machen und THE ARTIST aus Motiven wie „Ich mag keine Stummfilme“ oder „Ich schaue nur Farbfilme“ übergehen, denn es handelt sich bei Michel Hazanavicius‘ Film nicht nur um eine liebevolle Hommage an die alte Stummfilm-Ära Hollywood(land)s und ihrer damaligen Stars, sondern in erster Linie um einen guten Film. Er erzählt eine Geschichte ohne Dialog (bis auf die gelegentlich eingeblendeten Texttafeln), lediglich mit Aktion im Bild und musikalischer Untermalung, und kann dem Zuschauer dennoch die Handlung und die Dramatik um das Leben von George Valentin (Jean Dujardin) in der universalen Sprache der bewegten Bilder vermitteln. (mehr …)

Nach einem Motorbootunfall liegt Matt Kings (George Clooney) Ehefrau im Koma. Der auf Hawaii lebende Anwalt sieht sich nun mit der Aufgabe des Familienvaters konfrontiert und muss die Verbindung zu seinen beiden Töchtern, Teenager Alexandra (Shailene Woodley) und die zehnjährige Scottie (Amara Miller), wieder herstellen und sich auf ein mögliches Leben ohne die Ehefrau und Mutter einstellen. Gleichzeitig steht ein weiterer großer Einschnitt im Leben der Familie King bevor, da Matt als Hauptverantwortlicher eines Trusts kurz vor dem Multi-Millionen-Verkauf eines großen Stückes Land auf Hawaii steht, welches ihm seine Vorfahren, die sich bis zur Zeit König Kamehamehas zurückverfolgen lassen, anvertraut haben. Als er schließlich von Alexandra etwas über seine Frau erfährt, das ihm bisher unbekannt war (wer den Trailer gesehen hat, kennt diese Information bereits, aber ich halte sie hier lieber zurück – der Trailer spoilert in dieser Hinsicht mehr als meine Besprechung), steht er vor einer Reihe Entscheidungen, die irgendwie alle miteinander verbunden sind. (mehr …)