In dem Moment, da die Opening Credits zu DJANGO UNCHAINED auf der Leinwand erscheinen, wird dem Zuschauer bewusst: Quentin Tarantino hat also endlich seinen Spaghetti-Western gedreht. Was sich bereits in den vorherigen Filmen anbahnte und besonders INGLOURIOUS BASTERDS fast schon zum Vertreter des Genres machte, wurde nun komplett realisiert. Django ist die Hauptfigur des gleichnamigen Films von Sergio Corbucci aus dem Jahre 1966, welcher Franco Nero zu Unsterblichkeit bei den Fans des Italowesterns verhalf. Tarantino verwendet Bacalovs ursprüngliche Titelmusik aus Corbuccis Film und baut natürlich Nero in einer Szene ein. Diese funktioniert in ihrem Witz nicht ganz so wie gedacht (womöglich, weil sie im Trailer schon gezeigt wurde), aber alleine die Tatsache, dass Jamie Foxx dem Orginal-Django gegenübersitzt, ist die Sache wert. Den Rest des Beitrags lesen »
DJANGO UNCHAINED
Posted: 8. Februar 2013 in reviewsSchlagworte: christoph waltz, django, django unchained, don johnson, film, jamie foxx, kerry washington, kritik, leonardo dicaprio, quentin tarantino, review, western
KILL BILL
Posted: 7. Februar 2013 in reviewsSchlagworte: chiaki kuriyama, daryl hannah, david carradine, film, gordon liu, jun kunimura, kill bill, kritik, lucy liu, martial arts, michael madsen, quentin tarantino, review, sonny chiba, uma thurman, vivica a. fox
Sie wollte ihr Leben als Killerin hinter sich lassen und aussteigen. Sie wollte heiraten und ihr noch ungeborenes Kind in einem gesunden Umfeld großziehen, doch ihre Vergangenheit ließ sie nicht los. In einem Massaker wurde die Hochzeitsgesellschaft niedergemäht, und sie, die Braut, entging nur knapp dem Tode und fiel ins Koma. Doch nun ist sie aufgewacht, und sie hat nur noch eines im Sinn: Rache an den Leuten, die ihr das angetan haben. Auf ihrer Todesliste stehen die Namen ihrer Ziele: O-Ren Ishii (Lucy Liu), Vernita Green (Vivaca A. Fox), Budd (Michael Madsen), Elle Driver (Daryl Hannah) und der Anführer des Deadly Viper Assassination Squads: Bill (David Carradine). Und wie die alten Klingonen schon wussten, ist Rache ein Gericht, das am besten kalt serviert wird. Den Rest des Beitrags lesen »
JACKIE BROWN
Posted: 17. Januar 2013 in reviewsSchlagworte: bridget fonda, crime, drama, film, jackie brown, komödie, kritik, michael bowen, michael keaton, pam grier, quentin tarantino, review, robert de niro, robert forster, samuel l. jackson
Tarantinos JACKIE BROWN kam drei Jahre nach seinem Kultfilm PULP FICTION in die Kinos und hatte eine schwere Aufgabe vor sich: der durch seine beiden ersten Filme zum Superstar avancierte Regisseur, der von den einen für ein Hollywood-Genie à la Orson Welles und von den anderen als überbewertetes B-Movie Konsumopfer eingeordnet wurde, überraschte mit seinem dritten Film, indem er einen Teil seiner Anhängerschaft leicht enttäuschte, gleichzeitig jedoch neue Befürworter für sich gewinnen konnte. Tarantino bewies mit JACKIE BROWN, dass er nicht durch einen freak accident im Hollywood-Pantheon gelandet war, sondern ein ernstzunehmender Regisseur, mit dem weiterhin zu rechnen sein konnte. Den Rest des Beitrags lesen »
PULP FICTION
Posted: 15. Januar 2013 in reviewsSchlagworte: bruce willis, christopher walken, crime, film, john travolta, komödie, kritik, pulp fiction, quentin tarantino, review, samuel l. jackson, uma thurman, ving rhames
PULP FICTION ist der Kultfilm der Neunziger und höchstwahrscheinlich auch deren einflussreichster Titel. Etliche Gangsterkomödien und cool guys Streifen, manchmal mit ähnlich fragmentierter Struktur, tauchten nach Tarantinos Film auf, deren Realisierung allein durch die Existenz von PULP FICTION möglich war. Tarantino bewies zudem (bereits mit RESERVOIR DOGS), dass nicht zwangsläufig große Budgets, sondern gute Ideen für gute Filme sorgen, wenn den Künstlern ein kreatives Umfeld bereitgestellt wird und Studios ihnen entsprechende Freiheiten gewähren. Somit ebnete Tarantino etlichen nachkommenden Regisseuren den Weg (z. B. Guy Ritchie), die plötzlich für Projekte grünes Licht bekamen, die ihnen vorher nur vor der Nase zugeschlagene Produktionstüren eingebracht hätten. Dabei ist PULP FICTION in seinen Elementen kein grundorigineller Film, sondern vielmehr ein Sammelsurium von Filmreferenzen, eine Ode an den Film als Entertainment und Kunst selbst und der zahlreichen (teilweise trashigen) Charaktere, Plots, Bilder und Töne seiner Geschichte. Den Rest des Beitrags lesen »
WARRIOR
Posted: 6. Januar 2013 in reviewsSchlagworte: drama, film, gavin o'connor, joel edgerton, kritik, martial arts, mixed martial arts, mma, nick nolte, review, tom hardy, warrior
Brendan und Tommy sind Brüder mit unterschiedlichen und auch gemeinsamen Problemen. Brendan (Joel Edgerton) ist verheiratet, hat zwei Töchter und arbeitet als Lehrer. Um seine finanziellen Schwierigkeiten zu lösen und aus Angst, das Haus verkaufen zu müssen, kämpft der Ex-MMA-Sportler bei Amateurkämpfen auf Parkplätzen. Als er deswegen von der Schule suspendiert wird, bleibt ihm nur noch der Kampf um den Turniersieg bei einem hoch dotiertem MMA-Event in Atlantic City und damit die Rückkehr als Profi. Sein Bruder Tommy (Tom Hardy), in der Jugend ein viel versprechender Ringer, avanciert im Irak gleichzeitig zum Kriegshelden und Deserteur. Seine Schuldgefühle und eigenen Dämonen plagen ihn und bringen auch ihn dazu, sich für das Turnier anzumelden und um den Titel zu kämpfen. Die zerstrittenen Brüder haben eine verbleibende Gemeinsamkeit außer dem Kämpfen: ihren Vater Paddy (Nick Nolte), der ihnen als Alkoholiker Kindheit und Leben zerstört hat und mittlerweile als alter einsamer Mann vergeblich versucht, zu seinen Söhnen wieder Zugang zu erhalten. Den Rest des Beitrags lesen »

Wieder ein Mal ist es für mich rechtzeitig zum Jahresausklang Zeit, meine Favoriten des Jahres 2011 bekannt zu geben (die vorherige Liste kann man hier ansehen), nachdem ich mittlerweile ausreichend Kandidaten sichten konnte (wie immer orientiere ich mich am internationalen Release, d. h. viele der Filme habe ich erst in diesem Jahr sehen können – deshalb auch Best of 2011 und nicht 2012). Mein erstes Jahr als Papa spiegelt sich auch in der Anzahl der Sichtungen wider: konnte ich letztes Jahr noch ca. 180 Filme sehen, so waren es dieses Jahr weniger als halb so viele. Die Liste ist alphabetisch sortiert und kein Ranking. Meine Lieblingsfilme des Kinojahres 2011 sind: Den Rest des Beitrags lesen »
High Frame Rate und mal wieder die Zukunft des Kinos
Posted: 23. Dezember 2012 in diversesSchlagworte: framerate, hfr, james cameron, kino, peter jackson, the hobbit

Eigentlich hätte das hier ein abschließender Abschnitt in der Hobbit-Review sein sollen, doch ist der Text dann etwas lang geraten, was mich dazu brachte, ihm einen eigenen Blogeintrag zu widmen. Es geht mir hierbei um den technischen Aspekten des Films. THE HOBBIT: AN UNEXPECTED JOURNEY wurde stereoskopisch (3D) auf Video gedreht und das mit erhöhter Framerate (48 fps). Das bedeutet, dass die Kamera pro Sekunde nicht wie im herkömmlichen Film 24 Bilder aufzeichnet, sondern doppelt so viele. Den Rest des Beitrags lesen »
THE HOBBIT: AN UNEXPECTED JOURNEY
Posted: 19. Dezember 2012 in reviewsSchlagworte: an unexpected journey, andrew lesnie, andy serkis, fantasy, film, ian holm, ian mckellen, kritik, martin freeman, mittelerde, peter jackson, review, richard armitage, the hobbit, tolkien
Achtung, dieser Artikel enthält inhaltliche Spoiler, bitte erst nach dem Kinobesuch lesen!
“In a hole in the ground there lived a hobbit”. Mit diesem Satz beginnt J.R.R. Tolkiens Kinderbuch The Hobbit (1937), welches die Geschichte von Bilbo Baggins erzählt, einem gemütlichen Hobbit aus dem Auenland, der gerne isst, raucht, sein ruhiges Leben genießt und alles andere als Abenteuer im Sinn hat. Doch genau in solch eines wird er durch den Zauberer Gandalf gezogen, der ihn in die Gemeinschaft von 13 Zwergen steckt, um mit ihnen deren lang verlorenen Schatz vom Drachen Smaug zurückzuerobern. The Hobbit war nicht einfach nur ein Kinderbuch Tolkiens, sondern der Auftakt zu einer Welt, die im Kopfe des Autors gigantische Ausmaße anzunehmen begann. Es ist Mittelerde, dessen mehrere tausendjährige Geschichte von Tolkien bis in kleinste Details erdacht wurde: Götter, Rassen, Sprachen, Orte, Flora und Fauna, Zeitalter und Kriege – der Kampf des Guten gegen das Böse in epischen Ausmaßen. Weltberühmt wurde der Linguist schließlich mit The Lord of the Rings (1954), eines der berühmtesten Bücher der Welt und Vorreiter sämtlicher Fantasybücher und -spiele. Den Rest des Beitrags lesen »
PREDATOR
Posted: 4. Dezember 2012 in reviewsSchlagworte: action, arnold schwarzenegger, film, john mctiernan, kritik, predator, review, sci-fi
Was waren das noch Zeiten, als muskelbepackte Männer im südamerikanischen Dschungel Brandrodung der brachialen Art betreiben durften! Arnold Schwarzenegger auf der Höhe seines Schaffens als Dutch, Major einer Marines-Eliteeinheit, der in einem Militärlager Geiseln befreien soll, bekommt es mit einem Unbekannten zu tun, der seine Männer einen nach dem anderen auf bestialische Weise liquidiert. Wie der Zuschauer bereits im Intro von PREDATOR erfährt, fliegt ein außerirdisches Raumschiff die Erde an und wirft seine Ladung über Südamerika ab. Erst im Laufe der Handlung dämmert es Dutch und Kollegen, dass sie mit etwas unmenschlichem zu tun haben und sie müssen ihre Strategie anpassen, um irgendwie zu überleben. Den Rest des Beitrags lesen »
THE ARTIST
Posted: 3. September 2012 in reviewsSchlagworte: bérénice bejo, drama, film, james cromwell, jean dujardin, john goodman, komödie, kritik, michel hazanavicius, review, stummfilm, the artist
Man sollte nicht den Fehler machen und THE ARTIST aus Motiven wie „Ich mag keine Stummfilme“ oder „Ich schaue nur Farbfilme“ übergehen, denn es handelt sich bei Michel Hazanavicius‘ Film nicht nur um eine liebevolle Hommage an die alte Stummfilm-Ära Hollywood(land)s und ihrer damaligen Stars, sondern in erster Linie um einen guten Film. Er erzählt eine Geschichte ohne Dialog (bis auf die gelegentlich eingeblendeten Texttafeln), lediglich mit Aktion im Bild und musikalischer Untermalung, und kann dem Zuschauer dennoch die Handlung und die Dramatik um das Leben von George Valentin (Jean Dujardin) in der universalen Sprache der bewegten Bilder vermitteln. Den Rest des Beitrags lesen »
MANHUNTER
Posted: 1. September 2012 in reviewsSchlagworte: brian cox, crime, dante spinotti, dennis farina, film, hannibal lecter, joan allen, kritik, manhunter, michael mann, red dragon, review, thriller, tom noonan, william petersen
Um den Mörder von zwei scheinbar wahllos ausgesuchten Familien ausfindig zu machen, tritt FBI Agent und Psychologe Will Graham (William Petersen) wieder den Dienst an, nachdem er, traumatisiert von seinem letzten Fall, ausgestiegen war. Er lässt seine Frau und seinen Sohn im idyllischen Strandhaus zurück, um sich fortan in die Gedankenwelt der „Zahnfee“, wie der Serienmörder von den Ermittlern genannt wird, zu versetzen. Dabei benötigt er Hilfe, und er sucht den inhaftierten Dr. Hannibal Lecktor (Brian Cox) auf, ausgerechnet den Mörder aus seinem letzten Fall. Den Rest des Beitrags lesen »
THE DESCENDANTS
Posted: 29. August 2012 in reviewsSchlagworte: alexander payne, amara miller, beau bridges, drama, film, george clooney, kritik, nick krause, review, robert forster, shailene woodley, the descendants
Nach einem Motorbootunfall liegt Matt Kings (George Clooney) Ehefrau im Koma. Der auf Hawaii lebende Anwalt sieht sich nun mit der Aufgabe des Familienvaters konfrontiert und muss die Verbindung zu seinen beiden Töchtern, Teenager Alexandra (Shailene Woodley) und die zehnjährige Scottie (Amara Miller), wieder herstellen und sich auf ein mögliches Leben ohne die Ehefrau und Mutter einstellen. Gleichzeitig steht ein weiterer großer Einschnitt im Leben der Familie King bevor, da Matt als Hauptverantwortlicher eines Trusts kurz vor dem Multi-Millionen-Verkauf eines großen Stückes Land auf Hawaii steht, welches ihm seine Vorfahren, die sich bis zur Zeit König Kamehamehas zurückverfolgen lassen, anvertraut haben. Als er schließlich von Alexandra etwas über seine Frau erfährt, das ihm bisher unbekannt war (wer den Trailer gesehen hat, kennt diese Information bereits, aber ich halte sie hier lieber zurück – der Trailer spoilert in dieser Hinsicht mehr als meine Besprechung), steht er vor einer Reihe Entscheidungen, die irgendwie alle miteinander verbunden sind. Den Rest des Beitrags lesen »
LIMITLESS
Posted: 26. August 2012 in reviewsSchlagworte: bradley cooper, drama, film, kritik, leslie dixon, limitless, neil burger, review, robert de niro
Der erfolgs- und antriebslose Buchautor Eddie Morra (Bradley Cooper) kommt durch einen Zufall an eine Droge, durch welche sein Gehirn das maximale Potential, das ansonsten in verborgenen Regionen schlummert, abrufen kann. Mit einem Schlag ist er hellwach, kreativ, hochintelligent und erfolgreich. Er durchschaut die komplexesten Mechanismen des Finanzmarktes und weckt so das Interesse des Geschäftsmanns Carl Van Loon (Robert De Niro), an dessen Seite er schwindelerregende Gewinne einfährt. Doch mit der Zeit treten erste Nebenwirkungen ein: Desorientierung, Blackouts, Übelkeit. Wie gefährlich ist die Droge tatsächlich, und wer ist der Unbekannte, der Morra auf Schritt und Tritt zu folgen scheint? Den Rest des Beitrags lesen »
THIEF
Posted: 22. August 2012 in reviewsSchlagworte: crime, film, james belushi, james caan, kritik, michael mann, review, robert prosky, thief, thriller, tuesday weld
Frank ist ein Profi-Dieb. Nach außen hin verkauft er Gebrauchtwagen, doch seiner wahren Berufung geht er nachts nach. Er arbeitet gerne unabhängig und alleine, lediglich wenige Vertraute unterstützen ihn bei seinen Coups. Als nach einem erfolgreichen Einbruch der Mann, der Frank seinen Anteil auszahlen soll, von Männern der Mafia niedergeschossen wird, verlangt Frank sein Geld von ihnen. Beeindruckt von seiner direkten Art und seinen Erfolgen, bietet Mafiaboss Leo (Robert Prosky) ihm eine lukrative Zusammenarbeit an. Diese jedoch handelt ihm viel Ärger ein. Polizeiüberwachung, Wanzen in seiner Wohnung. Er entscheidet sich, nur den einen Auftrag durchzuführen und sich dann von seinen temporären Geschäftspartnern wieder zu trennen. Den Rest des Beitrags lesen »
MY DARLING CLEMENTINE
Posted: 20. August 2012 in reviewsSchlagworte: cathy downs, doc holliday, faustrecht der prärie, film, henry fonda, john ford, kritik, my darling clementine, review, victor mature, western, wyatt earp
Die Schießerei am O.K. Korall zwischen Wyatt Earp, seinen Brüdern und Doc Holliday auf der einen und den Outlaws aus den Clanton und McLaury Familien auf der anderen Seite wurde zur Legende und brachte Marshall Earp seinen berühmt-berüchtigten Status als Revolverheld ein. Ein Etikett, mit welchem er die folgenden 40 Jahre weiter leben musste. Die Geschichte um Wyatt Earp und Zahnarzt/Spieler/Revolverheld/Trinker Doc Holliday wurde in zahlreichen Verfilmungen in unterschiedlichen Ansätzen auf Zelluloid gebannt. John Ford (THE SEARCHERS) drehte MY DARLING CLEMENTINE im Jahre 1946 mit Henry Fonda (12 ANGRY MEN, ONCE UPON A TIME IN THE WEST) in der Hauptrolle als Wyatt Earp und Victor Mature (KISS OF DEATH) als Doc Holliday.
Viele denken bei John Ford sofort an das Duo Ford/John Wayne, doch auch die Kollaboration mit Henry Fonda brachte insgesamt sieben Filme zustande, von welchen THE GRAPES OF WRATH oft als der beste genannt wird. Fords MY DARLING CLEMENTINE ist eine charmante Annäherung an das historische Material, welches, obwohl Ford angeblich mit dem echten Earp reden konnte, hochgradig von den tatsächlichen Ereignissen abweicht. Dennoch leidet der Film nicht unter dieser Tatsache, sondern gewinnt vor allem durch das Spiel Fondas, auch im Tandem mit Mature, an Reiz. Den Rest des Beitrags lesen »